Monthly Archives: Juni 2011

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A far l’amore comincia tu

Bereits letzte Woche fand in Genf ein Treffen der EBU mit Vertretern des aserbaidschanischen Fernsehsenders Ictimai TV statt, dessen Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht wurden. Oder auch nicht. Während Deutschland sich im Sommer 2010 damit begnügte zu überlegen, wo man denn die Eurosause stattfinden lassen möchte und man sich glücklicherweise während eines längeren Altbierrausches für Düsseldorf entschied, steht hinter Baku 2012 immer noch kein Ausrufe-, sondern weiterhin ein Fragezeichen. Natürlich wird das so nicht offiziell kommuniziert. Vielmehr wird auf die lizensierte Verwendung des Logos und sehr ausführlich auf die seitens des Organisators einzuhaltenden Sicherheitsgarantien im Rahmen des Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention verwiesen. Hm…vielleicht bekommt Ola Sand doch noch kalte Füsse. Visazwang, Teilnahmebedenken seitens Armenien und Israel, Zeitverschiebung und eine noch nicht gebaute Veranstaltungshalle machen ihm derzeit wohl schwer zu schaffen. Anders kann man sich nicht erklären, dass erst eine Woche nach dem Delegationstreffen Presseinformationen verbreitet werden.
Eine wie diese zum Beispiel: Das vorzeitige Televoting (Abstimmung mit Beginn des ersten Beitrags) wird nach zwei Jahren wieder abgeschafft. Die Zuschauer habens einfach nicht kapiert und trotzdem erst nach dem letzten Song angerufen, was man sich zwar schon vorher denken konnte, aber eine offizielle Analyse schadet ja nie. Bei der ist dann auch herausgekommen, dass die ständigen großformatigen Einblendungen der Telefonnummern so sehr abgelenkt haben, dass keiner mehr richtig zuhören bzw. die Darbietung der Interpreten nur eingeschränkt aufnehmen konnte. Das sind ja immerhin mal Neuigkeiten!
Machen wir im Alltag ja manchmal auch: Wenn wir irgendwas partout nicht erzählen wollen, quatschen wir einfach einen anderen Sermon, denn das lenkt die Zuhörerschaft ab. Allerdings funktioniert das auch da nicht auf Dauer, denn irgendwann hakt einer nach. Bei der EBU wahrscheinlich auch, denn spätestens beim nächsten Treffen der Reference Group, das für Mitte August in Baku angekündigt ist, wollen wir schon wissen, ob wir uns alternativ auf die italienische Variante von Organisationstalent im Rahmen einer Show „Fulll off Tekknick änd full off Soooool“ des diesjährigen Zweitplatzierten einstellen müssen. Und wer erinnert sich nicht gerne an verrostete Kommentatorenkabinen und gestenreiche Moderationen Anno 1991 in Rom? Mit so einem As im Ärmel wird die EBU die Aserbaidschaner schon gefügig machen!


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Es is der da…

thomas d flickr teliko82Das Grundkonzept zur deutschen Vorentscheidung 2012 steht. Trotz des Abgangs von Stefan Raab wird ähnlich wie im ersten Durchlauf 2010, in dem Das Erste, ProSieben sowie diverse Radiosender Lena Meyer-Landrut suchten und fanden, nun „Unser Star für Baku“ gecastet.

Neuer Jury-Präsident wird Thomas D, der mit seiner Band „Die Fantastischen Vier“ und als Solokünstler zahlreiche Musikpreise, u. a. fünf Mal den „Echo“, erhalten hat. Er wird wie Raab in den Vorjahren als über allem schwebender Jury-Präsident und inhaltlich verantwortlicher Musik-Produzent das Jury-Team leiten. Und er nimmt ganz offensichtlich seine Sache ernst:

Präsident wollte ich schon immer werden! Bei diesem musikalischen Groß-Projekt mit dabei zu sein ist eine fantastische Aufgabe, auf die ich mich sehr freue und die ich sehr ernst nehme. Außerdem sehe ich besser aus als Stefan Raab.

Dann kann ja nix mehr schief gehen… Ob das Castingformat erneut den erwünschten Erfolg beim Song-Contest einfahren wird, oder die Teilnahme von „Ich bin Lena, ich bin 18 und ich komme aus Hannover“ sich doch auf lange Sicht als einzigartiger Glücksfall erweisen wird, soll sich dann zeigen. Aber so lange sich hierzulande national erfolgreiche Acts – anders als in vielen osteuropäischen Teilnehmerstaaten – dem Wettbewerb weiterhin verweigern, bleibt uns wohl nichts anderes übrig.

Wer also mal ein Star in Aserbaidschan werden will, kann sich ab sofort bewerben: Anmeldeformulare für die Castings in Köln können im Internet auf www.eurovision.de und www.tvtotal.de aufgerufen werden.

Foto: Flickr / Teliko82


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Nix los

Fruehjahrsmuedigkeit flickrEinen Blog genau zu der Zeit einzurichten, wenn die „Saison“ gerade mal zu Ende gegangen ist, die Delegationsleiter ihren Erholungsurlaub antreten und diverse Teilnehmer sich für Bädertouren oder Shopping-Center-Eröffnungen buchen lassen, hat natürlich Vorteile…. Man kommt erstmal langsam rein, kann ein wenig mehr Wert auf die Gestaltung der Blogseite legen oder sich dem Mixen diverser Compilationen hingeben. Der Nachteil für die (eh noch nicht so zahlreichen) Leser ist: es gibt keine Neuigkeiten!

Foto: Flickr / SvenHalvorHalvorsen


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The Politics of Eurovision….

Der Eurovision Song Contest ist ein Wettbewerb zwischen Rundfunkanstalten und nicht ein Wettbewerb zwischen Ländern. Alle aktiven Vollmitglieder der EBU können an dem Wettbewerb teilnehmen. Der öffentliche Fernsehsender von Aserbaidschan Ictimai TV ist Vollmitglied der EBU und kann sich daher an Eurovisionssendungen beteiligen. Nachdem er in diesem Jahr den Contest gewonnen hat, hat der Sender das Recht, den nächsten Eurovision Song Contest für die EBU auszurichten und zu produzieren. Mit Sicherheit stellt sich in diesen Tagen auch bei der Europäischen Rundfunkunion die Frage, ob es sich verhindern lässt, den Eurovision Song Contest im kommenden Jahr zu einer Propaganda-Veranstaltung für den Əliyev-Clan werden zu lassen.

So äußerte sich in einem Interview der Song Contest-Supervisor Jon Ola Sand, der zwar unser Liebling ist, an dieser Stelle jedoch ein wenig Rückgrat vermissen liess. Damit konfroniert, dass Mehriban Əliyeva, Frau des Präsidenten von Aserbaidschan das Organisationskomitee in Baku leitet, sagte Sand:

Wir reden ausschließlich mit ictimaiTV. Ich kann nichts darüber sagen, was die Frau des Präsidenten macht. Ich weiß nichts darüber. Ich bin sicher, auch in Aserbaidschan wird es intensive Gespräche geben, wie der Contest am besten geplant und ausgerichtet werden kann.

Ähnlich wie in Düsseldorf gibt es mittlerweile auch in Aserbaidschan eine Taskforce, die sich mit den wichtigen Inhalten rund um die Organisation des Wettbewerbs auseinandersetzt, auch wenn diese von vielen Ministern und Oligarchen besetzt ist. Auf die Regeln der EBU angesprochen sagte Sand, dass es klare Vorgaben bezüglich der Redefreiheit gibt und dies für Fans, Delegationen und Journalisten gilt. Garantien für die Sicherheit der Anreisenden werde die EBU aber nicht übernehmen, dafür werde allerdings der Sender iTV in die Pflicht genommen.

Und während Armenien bereits seine Teilnahme im nächsten Jahr wegen des Nagornyj-Karabach-Konflikts abgesagt hat, Israel nicht nur feiertagsbedingt zögert, befürchten einige Eurovisionsanhänger bereits einen größeren Boykott. Nicht so unser aller Ola:

Nein. Und dafür gibt es bislang auch keine Anzeichen. In Oslo nahmen 39 Nationen teil, in Düsseldorf waren es 43. Keiner kann zu diesem Zeitpunkt sagen, wie viele es in Baku sein werden.

Foto: EBU / FredricArff


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