Monthly Archives: November 2012

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Ran an den Speck: Der Ticketverkauf beginnt

tickets flickr khtangleer
Am kommenden Montag, 26. November 2012, beginnt um exakt 10 Uhr (oder doch wieder etwas früher?) der Verkauf der Eintrittskarten für den Eurovision Song Contest 2013. Es stehen sowohl Einzeltickets für die Proben (die so genannten Dress Rehearsals) als auch für die drei Live-Shows zur Verfügung, deren Preisspanne sich zwischen 10 und 216 EUR bewegt. Für die Mitglieder der internationalen Fanclubs, die ja bekannterweise die Abende über stehen sollen, wurden Pakete geschnürt, die ausschließlich über den OGAE zu beziehen sind.

Alle anderen können sich am Montag den Zeigefinger unter ticnet.se wund klicken oder mit der +46 77 578 00 00 die Ohren heiß telefonieren. Wer dabei kein Glück hat, dem bleibt ein Trost: Wie bereits in Düsseldorf werden zu einem späteren Zeitpunkt in einem zweiten Schwung weitere Karten in den Verkauf gegeben.

Foto: Flickr/hktang


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Get up, stand up for your rights

crowd flickr mosesleer
Aus der Abteilung Innovation der schwedischen Belegschaft des Eurovision Song Contest erreicht uns eine neuerliche Presseinfo: Wie der verantwortliche Sender SVT vor einigen Tagen mitteilte, werde es 2013 erstmals im Innenraum der Veranstaltungshalle Malmö-Arena ausschließlich Stehplätze geben. Diese wiederum seien exklusiv den Mitgliedern der europäischen Fanclubs vorbehalten, um diese aktiv in die Show einzubinden. In diversen Fanforen brach über diese Nachricht nicht gerade „Euphoria“ aus, da die wenigsten der so genannten OGAY-ler offenbar willig sind, sich für dreieinhalb Stunden die Beine in den Bauch zu stehen…

Nach der Ankündigung, künftig auf die Auslosung der Startreihenfolge zugunsten einer ausgeklügelten Dramaturgie aller Wettbewerbsbeiträge verzichten zu wollen, ziehen die Schweden nun erneut den Unmut der Fanbase auf sich. Gleichwohl werden sich wohl dennoch 2000 Freiwillige samt Nationalflaggen in ganz Europa auftreiben lassen, die dann gemäß des gleichermaßen starren wie ambitionierten Drehbuchs agieren werden. Und notfalls kann das aserische Geschwader sicherlich aufgrund seiner letztjährigen Erfahrungen mit gekauften jubelnden Fans den skandinavischen Organisatoren mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Bleibt abzuwarten, was die anderen 378 Arbeitsgruppen des SVT noch alles ausgeklügelt haben… Denn es wird bereits gemunkelt, dass auch das Wertungsprozedere – Kernstück einer jeder Eurovision – vom Modernisierungswahn nicht verschont bleiben soll. Fortsetzung folgt!

Foto: Flickr / Moses


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Erlysung

CH Vorentscheid 2012leer
Das Line-Up des Schweizer Vorentscheids, der am 15. Dezember stattfinden soll, steht fest. Die im Vorfeld in diversen Fanforen favorisierte Lys Assia musste – anders als im Vorjahr – draußen bleiben. Diese Flegel!

  • Anthony Bighead – Do the monkey
  • Heilsarmee – You and me
  • Jesse Ritch – Forever and a day
  • Melissa – The point of no return
  • Carrousel – J’avais rendez-vous
  • Nicolas Fraissinet – Leve-toi
  • Nill Klemm – On my way
  • Chiara Dubey – Bella sera
  • Ally – Catch me
Foto: SRF / Schweizer Radio und Fernsehen


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It’s all about the Money…

fuckoff Flickr ballanrossNun ist die Eurovision also auch zur kleinen Hure verkommen und wird in Malmö 2013 endgültig die Beine so richtig breit machen. Bislang hat sie sich immer noch ein wenig geziert, wenn es um grundsätzliche Prinzipien ging, doch mittlerweile will sie ganz offensichtlich um jeden Preis mit ihren Konkurrentinnen mithalten. Ihre kleine schwedische Schwester „Melodifestivalen“ zeigt ihr schon seit Jahren, wie man sich richtig anstellen muss, will man an die spendablen Freier mit dem großen Geld, den hohen Chartplatzierungen und den Top-Einschaltquoten  kommen…

Immer mal wieder gab es Aufschreie, das Ende des Eurovision Song Contests sei nah, beispielsweise als 1999 erstmals auf Orchestereinsatz verzichtet oder als 2006 die traditionelle Wertung auf die Verkündung der Top-3 zusammengestrichen wurde. Mittlerweile wissen wir, dass diese Änderungen dem Wettbewerb ganz gut getan haben bzw. dazu beitrugen, ihn zu modernisieren. Das neueste Ansinnen der EBU jedoch, die Startreihenfolge nach dramaturgischen Gründen zusammenzustellen und nicht per Losentscheid zu bestimmen, sorgt dieser Tage unter den Fans (alle anderen werden es kaum wahrnehmen) für blankes Entsetzen. Die Auslosung, bislang unangreifbares, weil willkürliches Element der Sendung und somit der Garant für eine gewisse Form von Fairness kann somit vom nächsten Produzenten Martin Österdahl umgangen werden, der dann nach Gutdünken schalten und walten darf.

Überraschenderweise wird diese Regeländerung nun ausgerechnet für den in Schweden stattfindenden Contest 2013 wirksam. In deren nationaler Vorausscheidung ist es seit langem üblich, die Favoriten auf die erfolgversprechenden hinteren Startplätze des Wettbewerbs zu hieven, das Vollplayback abzufahren und möglichst viele Tänzer auf die Bühne zu schicken. Mit diesem Rezept hat sich das Format nach Jahren der Krise zum alljährlichen Show-Event entwickelt. Um den Preis, dass es immer berechenbarer wurde.

Ebenso sind es die Schweden, die uns vor einigen Wochen mit ihrer Planung des 2013-er Konzeptes verblüfften. Mit einer kleineren Halle und einer einzigen Moderatorin wollen sie den Song Contest angeblich „Back to the Roots“ führen und auf bildgestalterische Stilmittel wie Supertotalen, die die Interpreten zu kleinen Randfiguren auf einer riesigen Bühne machen, gänzlich verzichten. Und da die Schweden seit Jahren in Fankreisen als Trendsetter des Festivals gelten (scheinbar sind die sturzlangweiligen Abende 1975 und 1992 kollektiv vergessen), wurde (auch von mir) deren Vorhaben bislang vornehmlich begrüßt, solange es nur die künstliche und bombastische Umsetzung von Baku vermeide.

Allerdings wird auch offensichtlich, dass es die Schweden vordergründig nicht bei einer ästhetischen Überarbeitung belassen wollen. Mit der Regeländerung der EBU und dem damit verbundenen Verzicht auf ein unberechenbares Element der Show, der ausgelosten Startreihenfolge, erhalten sie nahezu alle Werkzeuge, sich den idealen Eurovision Song Contest zu konstruieren. Künftig gibt es keinen montenegrinischen Rambo Amadeus mehr, der als Opener der Show 2012 die Zuschauer verschreckte. Auch werden Favoritinnen wie Safura anno 2010 nicht mehr auf Startposition 1 strafversetzt, sondern hofiert und ans Ende der Sängerschar geschoben, damit niemand mehr vorzeitig abschaltet oder gar teure Marketingkampagnen der Plattenfirmen in den Sand gesetzt werden. Daran, dass nur beim ESC San Marino ein Lied lang mächtiger als Russland sein kann, darf demnächst also ordentlich geschraubt werden.

Ohne Zweifel muss der Song Contest mit derzeitig erfolgreichen TV-Formaten Schritt halten. Die oben erwähnte Abschaffung des Orchesters war so eine dringend notwendige Modernisierung, um nicht zu einem anachronistischen Relikt der Fernsehunterhaltung zu verkommen. Die jetzt verkündeten Änderungen sind wahrscheinlich nur der Anfang von Maßnahmen, dem Wettbewerb ein komplett neues Gesicht zu geben. Dabei wird vergessen, dass die Eurovision nicht mehr die jüngste und gerade wegen ihrer Falten rituellen Traditionen etwas ganz besonderes ist, was sie von allen anderen dahergekommenen Mitstreiterinnen unterscheidet. Stück für Stück wird sie nun ihrer Seele beraubt, bis sie letztlich langweilig und austauschbar sein wird.

Foto: Flickr/ballanross


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Quo vadis ESC?

allocation draw Jeremy BrooksUnglaubliche Neuigkeiten von der EBU: Wie sie auf eurovision.tv gestern bekannt gab, beschloss die Reference Group wohl bereits vor einigen Wochen, auf die Auslosung der Startreihenfolge der Teilnehmer in den Semis wie auch im Finale zu verzichten. Künftig wird der Produzent der Shows, also der jeweils ausrichtende nationale Sender, aus „dramaturgischen Gründen“ die Reihenfolge der Auftritte bestimmen. Jan Ola Sand, Supervisor des Eurovision Song Contest, begründet die Entscheidung so:

„Wir wollen großes Fernsehen machen, für unsere Zuschauer, aber auch für die Teilnehmer. Den Produzenten zu erlauben, die Running Order zu entscheiden, wird dabei helfen, aufregendere Shows zu machen, und den Teilnehmern die Gelegenheit geben, sich von anderen abzugrenzen, anstatt von Beiträgen ähnlicher Art oder mit gleichem Tempo umgeben zu sein.“

Fans des TV-Events befürchten allerdings, dass der Manipulation damit Tür und Tor geöffnet wird. Bereits jetzt sei abzusehen, dass Länder im Fall einer für sie ungünstigen Startposition protestieren oder sich gar ganz aus dem Wettbewerb zurück ziehen würden. Auch könnten Favoriten gepusht oder unliebsame Beiträge absichtlich benachteiligt werden. Und während die einen Petitionen ins Netz stellen, diskutieren die anderen aufgeregt in diversen Foren, ob demnächst weitere „Innovationen“ wie z.B. der Verzicht auf Live-Gesang folgen werden. Der diesjährige Besuch im demokratiefernen Aserbaidschan scheint der EBU gar nicht gut getan zu haben….

Foto: Flickr  / Jeremy Brooks


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