Äpfel und Birnen

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Äpfel und Birnen

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Bereits vor einigen Tagen hat die EBU – wohl auch, um den Dampf aus der von vielen Ländern monierten Punktevergabe zu nehmen – stolz die gesplitteten Ergebnisse des 2013-er Contest veröffentlicht. Erstaunlich, denn so schnell war man in der Genfer Zentrale noch nie! Fans des Wettbewerbs lieben Statistiken und versuchen seit der Wiedereinführung der Jurys als Korrektiv des angeblichen Diaspora- und Nachbarschaftsvotings im Jahr 2009 aus den jeweils separierten Wertungstabellen abzulesen, welche unterschiedlichen Vorlieben Zuschauer und Juroren an den Tag legen (und welche Konsequenzen das auf das Endergebnis hat).

Doch anders als bisher wurde 2013 erstmals ein Ranking erstellt, das alle 26 Finalbeiträge in eine Reihenfolge setzte, welche wiederum erst später in die allseits bekannte Punkteskala 1-12 umgerechnet wurde. Ob nun ein Jurymitglied allen Ernstes begründen kann, warum er oder sie ein Lied auf Platz 18 statt auf 23 setzte, mag ernsthaft bezweifelt werden. Auch haarsträubende Wertungsabsurditäten wie z.B. in Italien, wo Rumänien im Televoting zwar gewann, im Finale jedoch nur einen Punkt erhielt und dementsprechend offensichtlich von der Jury durchgereicht wurde, nähren den Verdacht, dass das neue System nicht so ausgewogen ist, wie es vorgibt zu sein.

Das nun publizierte Splitvoting bezieht sich daher auch nur auf die Gesamtrankings beider Sparten (Zuschauer und Preisrichter) und gibt folglich so gut wie überhaupt keinen Aufschluss darüber, wie die Nationen im Einzelnen abgeschnitten haben. Die totale Vernebelung der Ergebnisse ist wohl mittlerweile auch Sinn und Zweck jeder neuen EBU-Regel, folglich hätte sie sich die Pseudo-Transparenz mit der Herausgabe dieser Abrechnung ebenso schenken können.

Foto: pixabay


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