Wer zu spät kommt…

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Wer zu spät kommt…

wieder daSo. Nach einer Woche bürger- weltmeisterlichem Partyrausch, seinen unendlich vielen Bierchen, nächtlichen Abklatschern, einem Jahr mehr auf dem schmerzenden Buckel und zwei weiteren das Sixpäck verdeckende Kilos ist der eurovisionaer wieder im Soll am Platz und kümmert sich um das, was im Leben in der ESC-Blase wirklich wichtig ist.

Während sich unsere österreichischen Freunde inmitten aller WM-Euphorie dezent mit der Bekanntgabe des eurovisionaeren Wallfahrtsortes 2015 zurückgehalten haben, sorgen heuer zwei andere Song-Contest-Schwergewichte für Schlagzeilen. Malta und Zypern haben ihren Besuch im kommenden Jahr in Innsbruck (oder doch Wien?) bestätigt. Vorbildlich, denn nur wenige Tage zuvor hatte die EBU seine Pappenheimer aufgefordert, nicht wieder so einen Eiertanz wie vor der Kopenhagener Saison aufzuführen und gefälligst bitte bis zum 10.10. Bescheid zu geben, ob Jan Ola mit ihrem Erscheinen zur 60. Wettbewerbsausgabe im Mai 2015 rechnen darf. Quasi eine dieser neumodischen Save-The-Date-Dinger, damit sich später auch keiner drücken kann. Aber zurück zu den beiden Inseln.

Diese haben nämlich nicht einfach kurz Meldung gegeben, sondern bereits ihre komplette Vorentscheidung für den Jubiläumsjahrgang durchgeplant. Und ähnlich wie zuletzt der eurovisionaer, haben sie dabei wohl nicht an alkoholischen Getränken gespart. Anders lässt es sich nämlich kaum erklären, dass sich ausgerechnet Zypern, das noch 2014 wegen chronischer Finanzierungsschwierigkeiten ausgesetzt hatte, ein offensichtlich mello-inspiriertes Format mit diversen Vor- , Zwischen- , Halbfinal- und Endrunden leisten möchte, welches logischerweise ob seiner Üppigkeit schon im Herbst starten soll. Anders als dieser vom Grundgedanken her eigentlich ganz basisdemokratische Auswahlmodus (schließlich sind die Chancen für den Zyprioten an sich recht hoch, irgendwo in diesem Mammutprojekt mitsingen zu dürfen), so trägt das Vorhaben der Malteser schon fast diktatorische Züge.

Auch die sieben in mehreren Instanzen aus, allerdings wird der gemeine Televoter darauf mit lediglich 14 %  Einfluss nehmen können. Den Rest des Entscheidungskuchens darf sich eine – wahrscheinlich senile – Experten-Jury einverleiben, die zudem das Recht erhält, bei Missfallen den Siegertitel komplett auszutauschen. Das kannten wir bislang nur aus Weißrussland! Clever auch der Zeitpunkt dieses absehbaren Kuhhandels: Da der vom eurovisionaer verhassste Junior-ESC eh schon in Valetta stattfindet, nutzt der sparsame heimische Sender PBS schnell die dann vorhandene Bühne, um den glamourösen Maltasong For Europe über selbige zu bringen. Am 22. November 2014. Anschließend hat der Kandidat Maltas schlappe sechs Monate Zeit, in Vergessenheit zu geraten quer durch Europa zu tingeln.

Update: Bei so viel eurovisionaerer Vorfreude lassen sich auch die Mazedonier nicht lumpen, wie ESC-United in diesem Moment berichtet: Denn, obschon sich diese erst kürzlich im Rahmen einer vom verantwortlichen Sender veröffentlichten Umfrage mehrheitlich gegen eine erneute Song-Contest-Teilnahme ausgesprochen hatten, sind sie nun auch in Wien … äh Innsbruck wieder dabei. Gut so!


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Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...