La France n’oublie pas…

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La France n’oublie pas…

…wie oft ein klassisches Chanson in der Vergangenheit den Eurovision Song Contest dominierte. Leider war das zu einer Zeit, als der Wettbewerb noch als Grand Prix d’Eurovision de la Chanson etikettiert wurde – also vor gefühlten 30 Jahren. 2015 wollen die Franzosen diese Erfolgsformel zu neuem Leben erwecken, denn sie nominierten heute die 46jährige Sängerin Lisa Angell mit dem Beitrag „N’oubliez pas“ für Wien.

Auch, wenn diese eine zweifelsohne formidable Stimme besitzt, wird man beim Hören des ersten Soundschnipsels das Gefühl nicht los, dass Madame Angell vermutlich nicht die erste Wahl des zuständigen TV-Senders France 2 war, so innig sie auch kürzlich den ESC-Klassiker „L’Oiseau et l’Enfant“ in irgendeinem obskuren Vorstadtetablissement intonierte. Eher in der Schublade „Variété française“ verortet, noch dazu mit einer gewissen Ähnlichkeit zu unserer Kanzlerin gesegnet, erscheint sie wie ein krasser Gegenentwurf zu den letztjährigen Teilnehmern TwinTwin. Die kamen in Kopenhagen zwar halbwegs zeitgemäß daher, fuhren dann aber doch mit nur zwei Punkten als Schlusslicht nach Hause. Konsequenterweise ist jetzt das Unscheinbare offenbar das Risiko, das man in Paris anno 2015 eingehen und so an traditionelle Festivalerfolge anknüpfen möchte. Nun gut, selbst das Hausbackene kann zu Zeiten bärtiger Siegerinnen immer mal wieder für eine solide Platzierung im Mittelfeld sorgen. Aber der große Coup, oder gar Sieg, den der eurovisionaer – aus einem unspezifischen Bauchgefühl heraus – den Franzosen für dieses Jahr prognostiziert hatte, scheint unter diesen Vorzeichen wohl mehr als unwahrscheinlich. Tant pis!

Übrigens, die Ballade „N’oubliez pas“, die im Mai nach Österreich geschickt wird, stammt von Robert Goldman. Er ist leider kein so begnadeter Komponist wie sein Bruder – und vom Blogger sehr verehrten – Jean-Jacques, verhalf aber immerhin Natasha Saint-Pier zu einem respektablen vierten Platz beim Song Contest 2001 mit „Je n’ai que mon Ame“. Bis heute ist das die beste Platzierung der Grande Nation innerhalb der letzten 20 Jahre.

Update: Mittlerweile gibts den kompletten Song.


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Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...