Monthly Archives: Januar 2015

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A good song is a good song is a good song

Oha! Früher als jemals zuvor hat sich das Fräulein Sichtermann aktiv in die alljährliche Eurovisionsdebatte eingeschaltet! Vergessen sind die Jahre, als es sich ganz und gar faulenzerisch auf seine ESC-Party-Tipp-Kumpanin verlassen wollte und derweil lieber einen kalten Cocktail auf der frühlingswarmen Dachterrasse schlürfte. „Goodbye to Yesterday“ ist der faszinierende Grund. Da kann darf muss sich der eurovisionaer uneingeschränkt anschließen. Noch einmal: Estland, mach nix falsch, bitte!


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Morgen wird’s was geben

logo ndrGroßes kündigt sich an, denn morgen will der NDR die sieben Teilnehmer für die deutsche Vorentscheidung 2015 bekannt geben, die ihren Startplatz am 05. März in Hannover sicher haben werden. „Sieben auf einen Streich“ nennt der Sender seinen vorlauten Teaser und zaubert damit so etwas wie Spannung in das bislang recht laue Vorauswahlprozedere.

Schauplatz hierfür war seither das Videoportal „Unser Song für Österreich“, wo sich interessierte Künstler bis vergangenen Freitag um den letzten, achten Startplatz bewerben konnten – allerdings eher unbemerkt von der bundesdeutschen Öffentlichkeit und auch in Fankreisen mit wenig Hingabe zur Kenntnis genommen. Die Folge: Im Vergleich zum Vorjahr, als es das Trio Elaiza aus diesem Pool bis zur Finalteilnahme nach Kopenhagen schaffte, wurden nur noch halb so viele Bewerbungen hochgeladen, 1213 an der Zahl. Immer noch genug, möchte man bei dem einen oder anderen Hörverdruss sagen, und so wühlten sich lediglich die Blogger-Kollegen von Prinz.de und aufrechtgehn.de durch diese Kuriositätenrevue. Launig präsentierten sie regelmäßig erstaunliche Fundstücke, sprich die merk-würdigstenden Vertreter aus einem bunten Sammelsurium von möglichen Talenten und tatsächlichen Selbstdarstellern. Aus eben diesen soll übrigens irgendwann in den kommenden Wochen irgendeine Jury die zehn hoffnungsvollen No-Names rekrutieren, die dann – beim so genannten Wildcard-Konzert am 19. Februar 2015 in der Großen Freiheit 36 in Hamburg – auftreten und den ominösen achten Starter unter sich aussingen werden. Dass diese Sause im letzten Jahr hauptsächlich eine Schnarchveranstaltung war, weil die verantwortlichen Juroren in ihrer Auswahl, trotz einer großen Bandbreite von Vorschlägen, recht eindimensionale Vorlieben hatten – Schwamm drüber.

Spannender also bleibt die Frage, wer nun die bereits gesetzten sieben Etablierten sind und wer von ihnen in diesem Jahr den Unheilig macht. Denn seit 2014, als sich eben jener Underdog Elaiza gegen den mittlerweile abgetretenen Grafen durchsetzte, gibt es für die bekannteren Namen nicht nur einen neuen Tonträger zu bewerben, sondern auch einen guten Ruf zu verlieren. Ob die in den letzten Tagen kolportierten Acts wie Johannes Oerding, Sasha, Laing oder Jeannette Biedermann den dafür notwendigen Arsch in der Hose haben, werden wir also endgültig morgen wissen.

Logo: NDR / Norddeutscher Rundfunk


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Der eurovisionaer empfiehlt…

Endlich! Lang genug genöggelt hat er ja, der Chef des Hauses, über die fürchterliche Amber aus Malta und so manch andere Katastrophen, die uns in dieser Saison schon früh um die Ohren gehauen wurden. Und wie wir uns ja auch im Alltag hin und wieder selbst im Weg stehen, wollte es mit solch negativ-sturer Einstellung auch nichts so recht werden – mit der zu dieser Zeit sonst allmählich hochkochenden Eurovisionsbegeisterung.

Doch nun ist alles wieder gut. Der eurovisionaer hat sich durch die Einreichungen seiner Lieblingsvorentscheidungen gehört und – so mancher mag jetzt erleichtert aufatmen und den Blick nur kurz, aber theatralisch gen Himmel richten – wirklich hammerfette Songs für 2015 aufgetan (die erste Playlist wird also nicht lange auf sich warten lassen).

Natürlich fangen wir bei dem seit zwei, drei Jahren (ach Winny Puh!) nicht mehr heimlichen Fave aller National Finals an, dem fantastischen Eesti Laul! Was die Esten Jahr für Jahr aus den Tonstudios zaubern, ist einfach grandios. Und das nicht allein qualitativ, sondern auch quantitativ, denn von den 20 Einreichungen sind mehr als ein Drittel der Beiträge ganz einfach „Ear-Candy“.  Absoluter Eesti-Traum jedoch ist „Goodbye to Yesterday“, eine kleine, lässig-verknautschte, Trilliarden Pheromone ausspuckende Melodie von Elina Born im Duett mit dem wunderbaren Stig Rästa. Der hat dem eurovsionaer schon in der legendären Düsseldorfer Saison, also 2011, mit seiner Band Outloudz alle Hörsinne geraubt – damals reichte es in der Heimat jedoch nur für den ernüchternden zweiten Platz. 2015 könnte das anders werden, denn die Netzgemeinde ist ähnlich euphorisch und sieht in dem Duo schon Parallelen zu den fantastischen Common Linnets. Mir doch egal, denkt sich der eurovisionaer und genießt…

Auch Ungarn ist seit der Entsendung des nerdigen ESC-Gegenentwurfs Bye Alex (Malmö 2013) auf dem richtigen Weg, im Kontext der Eurovision neue, weil unerwartete Töne zu treffen. Und das kann man ja nicht gerade von wirklich vielen Song-Contest-Teilnehmern behaupten! Zwar ist das „A Dal 15“ etwas unprätentiöser als im vergangenen Jahr, fokussiert dazu möglicherweise ein wenig zu sehr auf die Rückkehr der unverwüstlichen Wolf-Kati, dennoch – auch in Budapest gibt es alljährlich mindestens einen Song, der es in die Jahresplaylist des Hausbloggers schafft. 2015 ist das „Mesmerize“ von der vermutlich eher independenten Band „Passed“. Bei allem todtraurigen Kleinmädchengitarrengeklimper oder vordergründig übercoolen Oberstufenprobenkellernachwuchsbands, die sich augenblicklich in der offenen deutschen Videovorauswahl zum ESC tummeln, sind diese Ungarn übrigens die Sahne auf dem Kuchen, den wir hierzulande wohl niemals probieren dürfen.

Schlusslicht in dieser kleinen Vorschau ist Siru aus Finnland. Dort wird in Kürze recht pompös das „Festival der neuen Musik“ (UMK) zur Auswahl des für die Eurovision geeigneten Liedgutes veranstaltet. Dummerweise wurden vor dem eigentlich angedachten Stichtag zwischenzeitlich einige Songs ins Netz gestellt, was den zuständigen Praktikanten von YLE wahrscheinlich auf immer und ewig um alle Karrierechancen in den Medien bringen wird. Egal, „Mustelmat“, was auf Deutsch – igitt! – angeblich Blutergüsse heißen soll, ist einer der geleakten Songs, der die Vorfreude auf das restliche Starterfeld enorm steigert, auch wenn er vorerst leider wieder offline, dafür aber gar nicht ekelig ist.

Schade nur, dass letztendlich dann doch wieder irgendwelche verknöcherten Jurys oder schlagerseeligen Televoter jeden der eurovisionaeren Favoriten ins Nirwana, aber niemals nach Wien schicken werden. Seufz!


Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...