Monthly Archives: Januar 2016

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Wer startet wo in welchem Halbfinale?

Vorjahresgastgeber Wien musste heute offiziell die Schlüssel abgeben: Im Anschluss an die majestätische Insignien-Übergabe im Stockholmer Rathaus präsentierten die Macher des ESC 2016 nicht nur das eigens entworfene Logo, sondern losten auch mal eben – ganz FIFA-like und daher relativ umständlich – die beiden Halbfinals aus. Nach welcher genauen Startreihenfolge die teilnehmenden Länder auftreten werden, legen die Produzenten der Show erst zu einem späteren Zeitpunkt fest.

10. Mai 2016: 1. Semifinale

Erste Hälfte

  • Armenien
  • Finnland
  • Griechenland
  • Kroatien
  • Moldawien
  • Niederlande
  • Russland
  • San Marino
  • Ungarn

Zweite Hälfte

  • Aserbaidschan
  • Bosnien & Herzegowina
  • Estland
  • Island
  • Malta
  • Montenegro
  • Österreich
  • Tschechien
  • Zypern

Außer den teilnehmenden Ländern sind auch Frankreich, Schweden und Spanien abstimmungsberechtigt.

12. Mai 2016: 2. Semifinale

Erste Hälfte

  • Australien
  • Irland
  • Israel
  • Lettland
  • Litauen
  • Mazedonien
  • Polen
  • Schweiz
  • Serbien
  • Weißrussland

Zweite Hälfte

  • Albanien
  • Belgien
  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Georgien
  • Norwegen
  • Rumänien
  • Slowenien
  • Ukraine

Außer den teilnehmenden Ländern sind auch Deutschland, Italien und das Vereinigte Königreich abstimmungsberechtigt.

14. Mai 2016: Finale

  • Deutschland
  • Frankreich
  • Italien
  • Schweden
  • Spanien
  • Vereinigtes Königreich
  • plus jeweils die besten 10 Teilnehmer aus den beiden Halbfinals
Grafik: EBU / SVT



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Hach….!

Darauf hat zwar nicht die Welt, aber der eurovisionaer seeehr lange gewartet: Fast auf den Tag genau 30 Jahre ist her, dass Abba zuletzt gemeinsam für die Fotografen posierten, lange Zeit nach ihrem finalen offiziellen Auftritt als Supergroup 1982. Gestern nun trafen sich alle vier zur Eröffnung von Björns Mamma-Mia-Restaurant (es hätte allerdings wahrlich glamourösere Anlässe geben können…) und scheuten erstmals nicht davor zurück, sich der Öffentlichkeit wieder als Fab-Four zu präsentieren.

Ein Lebenszeichen der Band, die mehr zurück kommen wollte. Jung, frisch und in wahnwitzigen Kostümen – so sollte man sie in Erinnerung behalten. An dieser Legende werkelten sie seit Jahrzehnten, verweigerten sich jeder Comebackversuchung und jedem Foto, das sie vereint wie in alten Zeiten gezeigt hätte. Folglich gab es allerhöchstens mal drei, niemals aber alle vier Mitglieder gemeinsam zu sehen. Nun ist der Bann gebrochen: die Hardcorefans liegen sich tränenüberströmt in den Armen und die Medien titeln reißerisch „Abba-Reunion“.

Vollkommen unmöglich scheint das nach der gestrigen Nacht nicht mehr zu sein. Denn wer die Marketingstrategie der vier Schweden kennt, der weiß, dass diese nicht auf Zufällen basiert. Christer Björkman, mitverantwortlich für den Stockholmer ESC 2016, befand sich übrigens vergangenen Abend ebenfalls unter den Gästen des Events. Möglicherweise ist ihm inmitten des Abba-Rummels eine Idee gekommen, wen er im Mai als Interval-Act verpflichten könnte. Vielleicht aber liegt der unterschriebene Vertrag schon längst in seiner Schublade…

Foto: www.facebook.com/ABBA


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Die erste Playlist 2016 | Vol 1

Herrje, war das schwer! Denn was in den Vorjahren halbwegs flüssig von der Hand ging, erwies sich zu Beginn der laufenden ESC-Saison als recht langwieriges Unterfangen. Doch Tradition ist und bleibt Tradition, demzufolge musste irgendwann Mitte Januar eine erste Playlist her. Also lauschte, listete und ränkte sich der eurovisionaer erfolgreich durch die bisherigen Einreichungen – und prompt entdeckte er in der aktuellen ESC-Kollektion freudvoll einen vorerst unangefochtenen Liebling. Allerdings: Gegen Ende der Top 20 wird das ganze Vorhaben zunehmend unaufgeregter und beliebiger. Da bleibt Europa in den nächsten Wochen noch sehr viel Luft nach oben.

Ach ja, den ganzen Kram gibt’s übrigens (leider unvollständig) auch als Spotify-Liste

Playlist leiste 2016

01ESTLauraSupersonic
02HUNKarmapolis & Szécsi BöbeHold on to
03LITDonny MontellI've been waiting for this night
04ESTGreta PaiaStories untold
05FINGušani BrothersPoom Poom
06IRENicky ByrneSunlight
07DENMuri & MarioTo stjerner
08ESTGo Away BirdSally
09ICEKarlottaÓstöðvandi
10GERAvantasiaMystery of a blood red rose
11FINCristal SnowLove is blind
12BELAdilIn our nature
13GERKeømaProtected
14FINSandhjaSing it away
15BELTom FrantzisI'm not lost
16CHRykkaThe last of our kind
17GERJamie LeeGhost
18FINEiniDraamaa
19CH
TheoBecause of you
20ALBAslajdonZaimaj Merrmë që sot

 


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Alles ist gut

Die liebe Seele hat Ruh! Was nach dem Naidoo-Disaster kaum einer für möglich gehalten hätte, ist wahr geworden: der NDR und die deutsche ESC-Anhängerschaft sind auf alle Ewigkeit für’s Erste ausgesöhnt!

Zuerst wurde geshitstormt was das Zeug hielt, Song-Contest-Teilnahme und Verschwörungstheorien eines Mannheimer Sängers gingen so rein gar nicht zusammen (fand auch der eurovisionaer). Dann wurde gemeckert, dass der NDR das nach nur zwei Tagen ebenfalls so sah. Anschließend wurde gequengelt, dass Alternativkonzepte für eine 2016-er Vorentscheidung so lange auf sich warten ließen. Und zwischendurch die Schose mit der gefakten Liste (für die der NDR aber nix konnte…). Doch nun ist alles gut.

Eben jener NDR, der noch im November zum Gespött der Nation geworden war, legte gestern ein Teilnehmerverzeichnis auf den Tisch, mit dem er nahezu alle Wünsche der Fans auf einmal erfüllte. Das süße Manga-Girlie Jamie-Lee wollt Ihr? Sollt ihr kriegen! Ordentliche Sendezeit? Erledigt: zwei Stunden! Die Barbara soll’s wieder richten? Gebongt! Schlager? Gerne! Ralph Siegel aus’m Exil holen? Na gut! Einzig die von einigen Hardcore-Nervensägen als Göttin angebetete Helene fehlt. Entschuldigt, denn das wäre wohl zu viel des Guten gewesen.

Nun reicht das musikalische Spektrum vom Bombastrock über Indiesounds bis hin zum lang verschmähten Tralala. Fragt sich nur, warum der NDR früher für eine weniger abwechslungsreiche Ausbeute nahezu sechs Monate Vorbereitungszeit einkalkulierte. Schwamm drüber.

Denn der Rest ist wie immer: Mit der Meldung der hoffnungsvollen Kandidaten werden mal wieder nur vier der insgesamt zehn Beiträge veröffentlicht. Die anderen Songs, äh… Lieder, sollen der Öffentlichkeit kleckerweise präsentiert werden. Und: Erneut ist die Redaktion vom Wohlwollen der Plattenfirmen, deren Promotionterminen und Single- oder LP-Veröffentlichungen abhängig. Doch was soll man anderes erwarten, wenn Brainpool-Hipster gemeinsam mit den Label-Managern abhängen? Eine ohrenschmalzerweichende musikalische Granate, die in irgendeiner Schublade nur darauf gewartet hat, endlich zum trendigen ESC entsandt zu werden?

Einzig das vorsichtig als innovativ zu betitelnde Konzept, Ideen zur Inszenierung der Künstlerauftritte von Studenten der deutschen Film- und Kunsthochschulen einfließen zu lassen, verdient Beachtung. Denn augenscheinlich hat es sich mittlerweile selbst bis Hamburg herumgesprochen, dass der im vergangenen Jahr siegreiche Måns Zelmerlöw ohne seine Comic-ClipArt-Installation zwar mehrere Blumentöpfe, nicht aber unbedingt den ESC gewonnen hätte.

Doch bei so viel Glückseligkeit allerorten will auch der eurovisionaer keine miese Stimmung verbreiten. Er stellt heute um 19.12 Uhr lediglich fest, dass er den Hype um eine kleine TVOG-Gewinnerin nicht nachvollziehen und die Ergriffenheit für einen kalkulierten Pseudo-Polit-Protest-Song nicht teilen mag. Bleibt ihm (vorerst) nur die pompöse Meat-Loaf-Gedächtnis-Nummer, die leider satte 35 Jahre zu spät kommt. Sei’s drum.

Foto: Pixabay


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Fliegen die Polen aus der Eurovision?

Während die EU gestern u. a. wegen der Umstrukturierungsmaßnahmen der öffentlich-rechtlichen Medien durch die polnische Regierung deren Rechtsstaatlichkeitsüberprüfung eingeleitet hat, droht weiteres Ungemach durch die in Genf ansässige EBU. In ihr sind 95 Medienanstalten (staatliche bzw. private, die einen öffentlichen Informationsauftrag haben) zusammengeschlossen, so auch der TV-Sender TVP.  Die bekannteste Produktion der Organisation ist der jährlich stattfindende Eurovision Song Contest.

Sollte die polnische Führung Kontrolle über öffentliche Medien ausüben, könne das Land von diesem Wettbewerb ausgeschlossen werden, so der EBU-Präsident Jean-Paul Philippot. Bereits im Dezember hatte die EBU den polnischen Präsidenten Andrzej Duda aufgefordert, den von der Regierung eingebrachten Entwurf nicht zu unterschreiben, da er die Integrität und Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien als Symbol eines freien und demokratischen Land gefährde. Vergeblich, denn mittlerweile ist das Gesetz in Kraft getreten.

Auf die Brüsseler Kritik reagierte die polnische Regierung bislang gelassen. Die Anschuldigungen der Kommission seien ungerechtfertigt und lasse linke politische Motive erkennen. Ähnlich argumentierte Ungarn, als deren Präsident Orban vor einiger Zeit versuchte, ein vergleichbares Mediengesetz durchzudrücken, dann aber zurückruderte. Doch ein Blick auf die parteipolitische Landkarte Europas lässt erahnen, dass künftig mit weiteren rechten Vorstößen zu rechnen sein wird. Zweifelsfrei werden sich diese auch auf die bislang heile, liberale ESC-Welt auswirken.

Doch vorerst zurück zu den Polen: Jacek Kurski, PiS-Politiker, selbsternannter „Bullterrier“ und neuer Chef des öffentlich-rechtlichen Fernsehens TVP, gilt laut politico.eu schon jetzt nicht gerade als Freund des ESC. Conchita Wurst, Siegerin des Contests 2014, bezeichnete er als „einen Kerl, der sich ein Kleid anzieht und einen Bart aufklebt“. Dessen Auftritt habe „elementare Prinzipien des guten Geschmacks sowie die Prinzipien der polnischen Familie verletzt“.

Wir erinnern uns: Im selben Jahr entsandte Polen dralle, spärlich bekleidete Bäuerinnen auf die eurovisionäre Kopenhagener Bühne, damit sie dort zur Freude aller sabbernden Heten Europas Butter stampften und Wäsche schrubbten. Vermutlich war Herr Kurski von diesem geschmackvollen Auftritt begeistert.

Indes, die Mühlen der Verwaltung mahlen bekannterweise langsam, daher ist mit Sanktionen seitens der EBU für den kommenden Wettbewerb wohl kaum zu rechnen. Bleibt also abzuwarten, welchen familienfreundlichen Beitrag Polen im Mai nach Stockholm schicken wird. Denn dieser soll senderintern, ganz ohne öffentliche Befragung der heimischen Zuschauer, bestimmt werden…

Update: Heute Abend übrigens hat die EBU prompt ihr forsches Auftreten dementiert: Monsieur Philippot habe sich in dem besagten Interview versprochen. Die EBU ziehe nicht in Betracht, die polnischen Sender (unter ihnen TVP) auszuschließen. Vielmehr sei ihr daran gelegen, mit den assoziierten Mitgliedern zusammen zu arbeiten. Polens Teilnahme am diesjährigen Song Contest sei sicher.

So gehört sich das auch in unserer schönen neuen Welt.

Foto: EBU / Andreas Putting


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NDR lässt die Katze aus dem Sack: zehn Kandidaten für Stockholm

Wie bereits vermeldet, geht die deutsche Vorentscheidung „Unser Lied für Stockholm“ am Donnerstag, 25. Februar, um 20.15 über die Bühne. Und wie schon in den Vorjahren wählen die Zuschauer in zwei Durchgängen per Telefon, SMS und erstmals via offizieller ESC-App ihren Favoriten. Wen? Das verriet der NDR heute nun endlich, nachdem er sich erst im November kurz nach Bekanntgabe von seinem Wunschkandidaten Xavier Naidoo wieder verabschieden musste. Durch die zweistündige ULF-Show führt – ebenfalls wie immer – die unerschrockene Barbara Schöneberger. Die größte Überraschung in diesem Tal der Unaufgeregtheiten: Auch Ralph Siegel darf wieder mitmachen – er verantwortet den Beitrag der bislang unbekannten Laura Pinski.

  • Alex Diehl – Nur ein Lied
  • Avantasia – Mystery Of A Blood Red Rose
  • Ella Endlich – Adrenalin
  • Gregorian – Masters Of Chant
  • Jamie-Lee Kriewitz – Ghost
  • Joco – Full Moon
  • Keøma – Protected
  • Laura Pinski – Under The Sun We Are One
  • Luxuslärm – Solange Liebe in mir wohnt
  • Woods of Birnam – Lift Me Up (From The Underground)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Eurovision Song Contest 2016 – Unser Lied für Stockholm“ wurden von Vertretern der jungen ARD-Radios (Aditya Sharma/Fritz, Andreas Zagelow/Sputnik), des NDR (Carola Conze/Thomas Schreiber), der Musiklabels (Tom Bohne/Universal Music, Nico Gössel-Hain/Sony Music, Steffen Müller/Warner Music) und Independents (Konrad von Löhneysen/Embassy of Music) sowie der Produktionsfirma Brainpool (Claudia Gliedt/Jörg Grabosch) ausgesucht. Kriterien waren vor allem das jeweilige Lied, dessen Erfolgschance in dem internationalen Wettbewerb und die Genrevielfalt. Zur Auswahl standen alle knapp 150 Vorschläge, die von ARD-Radios, Plattenlabels, Produzenten, Musikverlagen, Künstlermanagern sowie Künstlerinnen und Künstlern eingegangen waren. Für die Inszenierung der zehn ausgewählten Songs in der Show werden voraussichtlich Ideen aus verschiedenen Studiengängen an Film- und Kunsthochschulen aus Deutschland berücksichtigt, die derzeit noch an ihren Entwürfen arbeiten.

Quelle: NDR


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Hurra, wir bekommen einen kleinen ULF!

Anfang der Woche hat sich der Naidoo-posttraumatisierte NDR aus der Deckung getraut und so etwas wie eine Pressemitteilung fabriziert. Inhalt: so gut wie keiner, denn vornehmlich zeigt sich der Sender genervt, dass mittlerweile gelangweilte ESC-Fans eigene Teilnehmerlisten im Netz verbreiten. Und diese dann auch noch so geschickt frisieren, dass selbst die deutsche Journaille darauf hereinfällt. Der Rest der Hamburger Info lässt sich in wenigen schlappen Stichworten wie folgt zusammenfassen:

Was wir nun sicher wissen:

  • Es wird einen öffentlichen Vorentscheid geben.
  • Dieser findet am 25. Februar 2016, einem Donnerstag, irgendwo in Köln statt.
  • Das Erste zeigt die Show „ULFS – Unser Lied für Stockholm“ live ab 20.15 Uhr und legt aus lauter Freude gar noch einen Livestream oben drauf.
  • Weitere Breaking-News wird der gestresste NDR in Kürze bekanntgeben.

Was wir nicht wissen:

  • Welcher Künstler hat ein wenig Medienaufmerksamkeit nötig bzw. konnte nach der Kümmertschen Devise „Melde dich erst einmal an und dann schauen wir weiter“ überredet werden?
  • Wie viele willige Teilnehmer wird es überhaupt geben? 6? 10? 28?
  • Wer verkauft uns die Schose? Funktioniert das NDR-Netzwerk und muss die unermüdliche Barbara Schöneberger erneut ran?
  • Gibt es ein Televoting oder wird zum Ende der Sendung der ARD-Rundfunkrat sein Votum abgeben?

Was wir gar nicht erst hoffen wollen:

  • Brainpool ist für die Liedauswahl zuständig und offeriert uns 10 hoffnungsvolle Talente: verträumte Girlies, die von den Majors gerade unter Vertrag genommen wurden, weil sie eine Gitarre besitzen und erste Videos auf ihren Youtube-Kanal hochgeladen haben.
  • Damit die musikalische Ausgewogenheit halbwegs gegeben ist, hat ein kleines Schlagerlabel wahlweise noch eine Mittelalter-, Seefahrer- oder Priestercombo im Angebot.
  • Barbara ist nach dem letztjährigen Fiasko die Lust vergangen, ihr Gesicht noch einmal für so ein Gemurkse hinzuhalten. Daher muss mal eben kurzfristig irgendein Tagesschausprecher oder halt ne Lottofee die Moderation übernehmen. Notfalls steht Axel Bulthaupt zu Verfügung.
  • Helene mag sich die ganze NDR-Hudelei nicht mehr antun und sagt zähneknirschend in letzter Minute zu…
Foto: Evan-Amos


Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...