Finnland im Disco-Rausch

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Finnland im Disco-Rausch

Sandhja | Sing it away

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Das musste ja schief gehen! Denn mal wieder sorgte das finnische Vorentscheidungskonzept, das diesjährig in einer tief verschneiten Nacht in vermutlich alkohollauniger Redakteursrunde entstanden sein muss, für einigen Unmut in der stets leidenschaftlichen, aber kritischen ESC-Expertenschaft. Schließlich war nicht nur die Zusammensetzung der Jury, bestehend aus putzigen Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise Straßenbauarbeitern, Parlamentariern, LGBT-Vertretern und Kindern, Stein des Anstosses – erst recht deren folgenschweres Votum ließ die Fangemeinde in lautes Kreischen verfallen. Verhinderte doch die Wertung der Juroren den Sieg ihrer Lieblinge Saara Aalto und Mikael Saari und – Schockschwerenot! –  beförderte sie statt dessen die retrovisionäre Lisa-Stansfield-Gedächtnis-Nummer der Sängerin Sandhja auf direktem Weg nach Stockholm.

So spielt das Leben, denkt sich der als Disco-Trulla verrufene eurovisionaer und versteht die ganze Aufregung nicht so ganz. Denn der Song, der in jeder schwedischen Mello-Zwischenrunde abgefeiert worden wäre, ist gar nicht so schlecht, wie ihn jetzt alle machen. Etwas blass und langweilig dagegen bleibt die Interpretin: Sandhja, Tochter eines Finnen und einer guyanisch-indischen Mutter, fehlt die nötige Prise Pfeffer im Arsch, um den temporeichen Beitrag einigermaßen gut zu verkaufen. Doch Gott sei dank verfügt sie über vier aufgedrehte Backingsinger, die das Personalitymanko höchstwahrscheinlich auch auf internationaler Bühne hervorragend wett machen und den wirklich beklagenswerten Grusel des Vorjahres vergessen lassen werden.

Bestes Mal: Lordi | Hard Rock Hallelujah

Letztes Mal: Pertti Kurikan Nimipäivät | Aina mun pitää


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