USFÖ 2015

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Wunder gibt es immer wieder

Gerade ruft der aufgeregte Herr V an und mahnt eine bissige Einschätzung des eurovisionaers an, nachdem doch heute in aller Herrgottsfrühe die sieben Teilnehmer für Hannover preisgegeben wurden! Der aber tut sich noch ein wenig schwer, die vom NDR und Brainpool zusammengewürfelte Meute wahlweise in den Himmel zu loben oder ein Donnerwetter loszulassen. Hier also erst einmal ein Blick auf die von den Plattenfirmen diktierte Liste:

ve ger alle

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Foto: Universal Music, Michael Zargarinejad, Max Parovsky, Facebook
Alexa Feser Glück Mehr als ein Lied
Andreas Kümmert
Fahrenhaidt Frozen Silence
Faun
Laing Zeig deine Muskeln
Mrs Greenbird Shine Shine Shine
Noize Generation Song 4 U

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Was diesem Starterfeld fehlt, ist eindeutig ein eindeutiger Favorit. Nachteilig ist das sicher ganz und gar nicht, sollen doch die Songs überzeugen und weniger das Etikett „Weltstar in Deutschland“, mit dem später beim Songfestival eh kein Mensch etwas anfangen könnte. Seien wir also froh, dass uns die von so vielen verwirrten Seelen herbeigewünschte göttliche Helene erspart bleibt, denn eine Erfolgsgarantin für Europa wäre auch sie nicht gewesen (und wenn überhaupt, dann eine zweifelhafte…).

Bleiben wir also bei den Songs, die die eigentliche Hauptrolle in dieser Vorstellung spielen. Problem: Wir kennen sie noch nicht. Wenigstens nicht wirklich, denn wenn in der Tabelle oben nun einige Titel auftauchen, sind sie bislang zumindest nicht offiziell bestätigt. Vielmehr äußert sich heute der eine oder andere Künstler per Tweet oder auf seiner Facebookseite, was er oder sie sich so für Hannover ausgedacht haben und wirft der gierigen Fanschar zugleich einen kleinen Songschnipsel vor die Füße. Oder deren Labels halt. Und von daher ist wohl zu vermuten, dass ihnen allen die deutsche Vorentscheidung – ähnlich wie schon im vergangenen Jahr – lediglich als mißbrauchbare TV-Plattform dienen soll, neue Tonträger oder Tourneen zu bewerben.

Die uralte ABBA-Philosophie (Gott hab die alten Schweden selig!), ganz gezielt für das Festival und den europäischen Markt zu produzieren, eine internationale Karriere starten zu wollen, halt einfach dicke Eier in der Hose zu haben, kann der hier bloggende Blogger leider nicht ausmachen. Und dazu passt es ebenso, dass der NDR zwar via kleiner Presseinfo die Namen seiner Schäfchen lanciert, die weitere Bewerbung jener Kandidaten aber Dritten überlasst. Das können andere in der Eurovisionsfamilie, wie zum Beispiel der verantwortliche finnische Sender YLE, besser. Die legten nämlich im zweiten Schritt mit einem schicken Onlineportal nach, das dem ESC-Anorak Spaß macht, weil es alle Songs, professionellen Videos und Hintergrundinfos geschmeidig zusammenfasst und keine Wünsche offen lässt. Aber vielleicht drängelt der eurovisionaer mal wieder zu sehr und sollte sich statt dessen einfach ein wenig in Geduld üben…


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Morgen wird’s was geben

logo ndrGroßes kündigt sich an, denn morgen will der NDR die sieben Teilnehmer für die deutsche Vorentscheidung 2015 bekannt geben, die ihren Startplatz am 05. März in Hannover sicher haben werden. „Sieben auf einen Streich“ nennt der Sender seinen vorlauten Teaser und zaubert damit so etwas wie Spannung in das bislang recht laue Vorauswahlprozedere.

Schauplatz hierfür war seither das Videoportal „Unser Song für Österreich“, wo sich interessierte Künstler bis vergangenen Freitag um den letzten, achten Startplatz bewerben konnten – allerdings eher unbemerkt von der bundesdeutschen Öffentlichkeit und auch in Fankreisen mit wenig Hingabe zur Kenntnis genommen. Die Folge: Im Vergleich zum Vorjahr, als es das Trio Elaiza aus diesem Pool bis zur Finalteilnahme nach Kopenhagen schaffte, wurden nur noch halb so viele Bewerbungen hochgeladen, 1213 an der Zahl. Immer noch genug, möchte man bei dem einen oder anderen Hörverdruss sagen, und so wühlten sich lediglich die Blogger-Kollegen von Prinz.de und aufrechtgehn.de durch diese Kuriositätenrevue. Launig präsentierten sie regelmäßig erstaunliche Fundstücke, sprich die merk-würdigstenden Vertreter aus einem bunten Sammelsurium von möglichen Talenten und tatsächlichen Selbstdarstellern. Aus eben diesen soll übrigens irgendwann in den kommenden Wochen irgendeine Jury die zehn hoffnungsvollen No-Names rekrutieren, die dann – beim so genannten Wildcard-Konzert am 19. Februar 2015 in der Großen Freiheit 36 in Hamburg – auftreten und den ominösen achten Starter unter sich aussingen werden. Dass diese Sause im letzten Jahr hauptsächlich eine Schnarchveranstaltung war, weil die verantwortlichen Juroren in ihrer Auswahl, trotz einer großen Bandbreite von Vorschlägen, recht eindimensionale Vorlieben hatten – Schwamm drüber.

Spannender also bleibt die Frage, wer nun die bereits gesetzten sieben Etablierten sind und wer von ihnen in diesem Jahr den Unheilig macht. Denn seit 2014, als sich eben jener Underdog Elaiza gegen den mittlerweile abgetretenen Grafen durchsetzte, gibt es für die bekannteren Namen nicht nur einen neuen Tonträger zu bewerben, sondern auch einen guten Ruf zu verlieren. Ob die in den letzten Tagen kolportierten Acts wie Johannes Oerding, Sasha, Laing oder Jeannette Biedermann den dafür notwendigen Arsch in der Hose haben, werden wir also endgültig morgen wissen.

Logo: NDR / Norddeutscher Rundfunk


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Same Procedure as last Year

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Kaum hat sich der eurovisionaer mal für ne wohlverdiente Pause zurückgezogen, schon brechen die Breaking News herein. Fangen wir also bei der – vermeintlich – wichtigsten Nachricht an, jener zur deutschen Vorentscheidung, die der NDR zwischenzeitlich terminiert hat. Wie so häufig in Deutschland bleibt alles beim Alten, daher hat der eurovisionaer die Vorjahresinfo lediglich geringfügig aktualiseren müssen …

Seit heute Montag gibt es offizielle Informationen, wie Deutschland in den Eurovision Song Contest 2014 2015 startet: Der Sänger Adel Tawil  Andreas Bourani (derzeit mit “LiederAuf uns” auf Platz 4 9 der heimischen Charts) ruft junge Künstlerinnen und Künstler dazu auf, sich per Youtube für den deutschen Vorentscheid 2014 2015 zu bewerben. Solisten und Bands können sich ab Montag, 25. November sofort mit ihrem YouTube-Video auf Unser-Song-fuer-Daenemark-Oesterreich bewerben – entweder singen sie eine eigene Komposition oder interpretieren einen Lieblingssong. Die besten Bewerber bekommen die Chance, am 19. 27. Februar 2014 2015 in einem Clubkonzert im Hamburger Edelfettwerk Club Große Freiheit 36 auf der Bühne zu stehen. Am Ende des Konzerts, das u.a. im NDR Fernsehen übertragen wird, wird feststehen, welcher Act eine Wildcard für den deutschen Vorentscheid bekommt – die TV-Zuschauer stimmen ab.

Weiter gehts: Im Vorentscheid “Eurovision Song Contest 2014 2015 – Unser Song für Dänemark Österreich” am 13. 05. März entscheidet ebenfalls das Fernsehpublikum, wer Deutschland beim ESC 2014 2015 in Kopenhagen Wien vertreten wird. Moderieren wird wie im Vorjahr Barbara Schöneberger – allerdings nicht in Köln, sondern in Hannover.

Gähn. Bleibt also alles anders. Ob es zu einer erneuten Antifavoritenwahl wie zuletzt im Zweikampf Elaiza gegen Unheilig kommt, hängt letztlich wohl von den gesetzten (noch unbekannten) Big Names im Finale ab. Ebenso bleibt abzuwarten, ob die von diversen Plattenfirmen entsendeten klugen Jury-Köpfe abermals harmlosen Kleinmädchenpop in das Hamburger Clubkonzert deligieren werden. Doch ein Gutes hat diese einfallslose Wiederholung wenig erfolgreicher Muster, die eher gestresste Talentscouts von Universal und Co entlasten soll, denn einen überzeugenden Eurovisionsact zu finden: Helene Fischer bleibt uns auch 2015 beim ESC erspart…

Foto: eurovisionaer


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Hysterie in Eurovisionia

Austria 2015leer
Bekanntermaßen fürchtet der hingebungsvolle ESC-Nerd keine Jahreszeit mehr als den in Mitteleuropa eher feuchten Hochsommer. Weniger aus meteorologischen Gründen, denn vielmehr aufgrund der Tatsache, dass es dann über seinen Lieblingswettbewerb nichts zu berichten gibt. Gar nichts! Alle – vom maltesischen Schlagersternchen über die mächtigen Head of Delegations der Big Five, meinem Liebling Jan Ola und selbst Ralph Siegel – alle nehmen sich eine wohlverdiente Auszeit vom eurovisionaeren Trubel, um neue Schaffenskraft für die kommende Saison zu tanken. Die braucht der Fan nicht. Er steht ständig unter Strom auf der Suche nach ihm den Atem raubenden Breaking News. Doch was, wenn partout keine vermeldet werden?

Dann nörgelt und fantasiert der ESC-Anhänger. Es ist ja auch ein starkes Stück, dass so ein kleines Land wie Österreich Monate braucht, einen Austragungsort zu bestimmen, der eine passende Pilgerstätte für die Pfingstwoche 2015 abgeben könnte. Und da der Fan schließlich nicht an einem paneuropäischen Jugendlager in der Provinz, sondern einem mondänen Event an den heißesten Spots des Kontinents partizipieren möchte, hat er seine Wahl auch längst getroffen. Unter Wien geht nichts! Von Garz (oder wie das heißt) hat er zuvor noch nie was gehört und Innsbruck mag vielleicht Olympische Spiele ausrichten können, aber das reicht doch bitteschön nicht, um einen modernen Eurovision Song Contest zu veranstalten! Der ORF scheint ob all dieser Knatscherei schon einzuknicken, gab er doch dieser Tage bekannt, dass eine Entscheidung bereits Anfang August zu erwarten sei. Wird ja auch Zeit, schallt es ihm da entgegen, denn bequeme Verkehrsmittel und schicke Designerhotels wollen letzten Endes verbindlich reserviert werden. Ständig in Sorge, bereits morgen könnte alles ausgebucht sein, ist das Abwarten nun gar keine Stärke dieser nervösen Hemden. Mögen sie bald erlöst werden!

Und falls dann – hoffentlich! – zur Zufriedenheit aller Beteiligten entschieden werde sollte (nicht auszudenken, welcher Shitstorm sonst losbrechen würde), wechselt der Eurovisionsfan in den Fantasiermodus. Ganz Erfahrene können übrigens beides gleichzeitig. Während sie also eben noch über die Alternativlosigkeit der österreichischen Hauptstadt referierten, beschäftigen sie sich zugleich mit der für sie bangen Frage, wer denn das Heimatland dort überhaupt ordentlich vertreten könnte. Zumindest in deutschen Landen wird auch in dieser Frage kaum eine Diskussion zugelassen: Zur Kaiserin Conchita kann selbstredend nur die Königin Helene entsendet werden! Und so liest der eurovisionaer in allen ihm bekannten sozialen Netzwerken grad nichts anderes als das Loblied auf Frau Fischer. Doch da will er nicht mitsingen mitmachen und überlegt sich, dem Blog ganz einfach Betriebsferien zu verordnen.

Grafik: eurovisionaer


Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...