Samstag, 07. Mai 2011

Düsseldorf erleben: Das Hofzeremoniell muss unter allen Umständen gewahrt werden!

Nach einem äußerst erfolgreichen Vorabend und einem chilligen Samstagvormittag, komme ich mit der weiteren Tagesplanung zuerst gar nicht so richtig in die Gänge. Obendrein meldet sich Herr V. für heute telefonisch ab, da er sich auf gar keinen Fall einen dritten Tag in Folge dem Eurovisionswahnsinn hingeben könne. Ich bin ein wenig indifferent, es ihm nachzutun. Glücklicherweise ist zumindest auf Frau S. Verlass, denn als ich ihr fernmündlich das Düsseldorfer Abendprogramm vorlese, zögert sie nicht lange und steht 30 Minuten später abholbereit vor meiner Haustür. Wäre ja auch gelacht, sich bei 28 Grad – und noch dazu am Europatag – auf der Couch zu trollen.

Unser Timing ist perfekt, selbst wenn sich der Weg zur Tonhalle wegen der einfahrenden Delegationsbusse ein wenig umständlicher als sonst gestaltet. Der Oberbürgermeister lädt dorthin zum Empfang, zwar nicht uns persönlich, sondern die Wettbewerbsteilnehmer, aber gucken kann man ja mal, denken wir.

So stehen wir letztlich dicht am roten Teppich, über den ganz olympisch 43 Fahnentragende Jugendliche die „Contestants“ geleiten, nachdem diese ihrem Bus entstiegen mit Eurovsionsfanfare und allem Moderationstamtam angekündigt werden. Viel feierlicher kann es Anno 1854 anlässlich der Sissi-Hochzeit auch nicht gewesen sein, als ganz Europa am Wiener Hof zusammen strömte und dort für mindestens sieben Tage eine Riesensause veranstaltete. Und auch wir haben noch eine ganze Woche vor uns…

Allerdings hätte der OB vielleicht doch nicht so ganz auf Erzherzogin Sophie machen sollen, denn der Teppich ist gefühlte 853 Meter lang und so manche/r der be-highheel-ten und aufgebrezelten Stars macht ob der Strecke und der Hitze schlapp, so dass sich diese (zur Freude der Fans) nur noch im Stop-and-Go fortbewegen können. Frau S. und ich sind mittendrin und gaffen uns die Augen aus dem Kopf, werden jedoch wie der Rest der staunenden Meute nicht mit in die Halle genommen.

Stattdessen schlendern wir in die Altstadt und verdauen bei einem leckeren Abendessen die neuer-lichen Eurovisionseindrücke und beschließen, dass damit dem Tag auch Genüge getan ist. Einer erneuten Euroclub-Versuchung widerstehen wir erfolgreich, auch als wir am Rheinufer den irischen Lipsticks über den Weg laufen, die ganz offensichtlich frei nach Severine beschlossen haben, dass die Party jetzt erst richtig losgehe. Ohne uns.

Fotos: Alain Douit / EBU

(Nicht so richtig) weiter gehts erst am Montag


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Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...