Sonntag, 15. Mai 2011

Düsseldorf erleben: OK – Happy End! (Verka Serduchka, 2007)

Gegen 11.30 Uhr stehe ich auf dem Düsseldorfer Bahnsteig und betrete kurze Zeit danach den Regionalexpress, der mich umgeben von unzähligen weiter nach Dortmund pilgernden Fußballfans heimwärts fährt, damit ich mich rechtzeitig auf die zwei Stunden später beginnende erste Auslandsreise meines neuen …ähem… europäisch ausgerichteten Jobs vorbereiten kann. Und während sich das Eurovisionstatoo auflöst, das ich mir am gestrigen Nachmittag gemeinsam mit Beyefendi G auf die Wange geleckt hatte, melde ich Frau S per SMS Vollzug, nachdem mich diese in der vorherigen Nacht nicht direkt angefahren, aber doch ermahnt hatte, ich solle bloß nicht wegen dieser anderen Geschichte den sonntäglichen Flieger verpassen. Meine Stimme ist so gut wie nicht mehr vorhanden – da passt es, dass ich vorerst mit niemandem sprechen muss.

Wenige Stunden zuvor hatten wir uns in den rappelvollen Knoten gekämpft und einen Stehplatz nahe der Theke erobert. Das ultimative Eurovisionserlebnis lag hinter uns und allmählich gelang es Wirtin Isa mit einer letzten schwungvollen eurovisionären Playlist das Düsseldorfer Endspiel standesgemäß ausklingen zu lassen. Frau S und Miss S schienen wie im Partyrausch jede verbleibende Sekunde des letzten Abends aufzusaugen und schnell gröhlten wir erneut die Favoriten unserer Lieblingsveranstaltung lauthals mit. Mitten in der überborstenden Menschenmenge erblickte ich plötzlich meinen dienstäglichen Lieblingsfinnen, der sich einige Zeit später in der Begleitung und anregenden Unterhaltung mit meinen vorgenannten Freundinnen wiederfand. Miss S hatte sofort die „Chance of a Lifetime“ erkannt und blinzelte mir alle paar Minuten vielsagend zu. Diverse Eurovisionsklassiker später stand ich ihm dann erstmals direkt gegenüber, während Johnny Logan „Hold me now“ sang.

Die bequeme Rückfahrt mit meinen Freunden im nahe geparkten Automobil, die in verschwindend geringen Stunden anstehende Dienstreise, und selbst diese erst wenige Wochen zurückliegende dunkle Winterzeit – alles war plötzlich kilometerweit in den Hintergrund getreten. Nach einem langen – und seit Tagen erstmals leisen – Spaziergang durch die morgengrauende Altstadt wurde mir klar, dass mir Düsseldorf weitaus mehr zu bieten hatte, als ich jemals gedacht hatte.

Das Finale ist seitdem ein wunderbarer Neubeginn.

Foto: notyetknown


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Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...