Tag Archives: 2014

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Santiano

The Fiddler on the Deck | Wir werden niemals untergehen

Santiano - Michael MeyDer Musikstil von Santiano vermischt verschiedene Musikgenres: traditionelle, internationale Volkslieder, Popmusik, Rock’n’Roll oder Irish Folk, das Ergebnis lässt sich am besten mit dem Begriff Shanty Rock beschreiben. Ob im „Chor“ kräftig und stimmgewaltig bei den Uptempo Nummern oder gefühlvoll in den Balladen – der Band ist gelungen, eine fast vergessene Musiktradition neu verpackt aufleben zu lassen. Dass diese Rezeptur ein breites Publikum erreichen kann, hätte vor zwei Jahren, als sich die Seemänner zusammen fanden, wohl auch keiner gedacht. Im Line-Up zu USFD sind sie nun allerdings neben dem Grafen der zweite national erfolgreiche Act, der auf Nummer-1-Alben, Platinauszeichnungen und einen Echo-Gewinn 2013 verweisen darf.

Foto: Michael Mey

Santiano könnten beim Zuschauer ähnliche Assoziationen wecken, wie wir sie letztes Jahr bei Cascada erlebt haben – sowas wird Europa mögen! Die deutsche Vorentscheidungshistorie ist voll mit Beispielen, wie oft in der Vergangenheit das gewählt wurde, was andere mögen könnten. Was dann aber ebenso häufig nicht der Fall war. Mal ganz unbefangen das zu nehmen, was einem selbst gefällt, ist leider die Ausnahme. Ich kann mir die Shantyfreudigen Seefahrer daher nicht auf der Kopenhagener Bühne vorstellen, dennoch – es steht zu befürchten, dass sie in Köln für einen der ersten vier Plätze gut sein werden.


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MarieMarie

Cotton Candy Hurricane | Candy Jar

Die Harfenistin und Songwriterin aus München wirkt mit ihren kupferroten Locken wie ein Wesen aus einer anderen Welt. In ihrem Elektro-Folkpop fügt MarieMarie akustische Instrumente mit Computersounds zusammen. Dieser Mix gefällt auch anderen: Die Pet Shop Boys und Bryan Ferry waren derart beeindruckt, dass sie MarieMarie als Support für ihre Konzerte einluden. Das ist eines der sichtbaren Ergebnisse einer Selbstfindungsreise, die begann, als sie vom renommierten Berklee College of Music in Boston zurück nach Deutschland kam. Sie warf alles über Bord, was sie einengte und ihrer Kreativität im Wege stand: stimmliche Vorbilder wie Kate Bush, Klangmuster – und sogar die meisten ihrer Kompositionen. Zwei sind allerdings für die deutsche Vorentscheidung 2014 übrig geblieben.

Foto: Alexander Rapp

Was auf den ersten Blick bizarr und wenig kompatibel mit dem Song Contest wirkt, erweist sich als der ganz große Geheimtip dieser Saison. Ein zeitgemäßer und unglaublich eingängiger Sound mit allem, was einen guten Popsong ausmacht. Dennoch dürfte die Münchnerin in dem mit größeren Namen gespickten Vorentscheid höchstens Außenseiterchancen haben, denn in Deutschland wählt der Televoter halt gerne, was er schon kennt.


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Unheilig

Als wärs das erste Mal | Wir sind alle wie eins

unheilig eric weissMehr als drei Millionen verkaufter Alben, zahlreiche Auszeichnungen wie Bambi und Goldene Kamera, Platinalben, sechs Echos. Wir reden von der eindrucksvollen Bilanz des Grafen, der seit 1999 unter dem Namen Unheilig firmiert. 2010, erst 11 Jahre nach Gründung der Band, gelang mit dem siebten Studioalbum „Grosse Freiheit“ und der Single „Geboren um zu Leben“ der Durchbruch. Das Album notierte 23 Wochen auf Platz 1 der Charts, machten den Sänger zum Star der Musikszene in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Nun will er sich – wie er sagt – einen persönlichen Wunsch erfüllen: die nationale Vorentscheidung in Köln gewinnen, um als deutscher Vertreter 2014 beim Eurovision Song Contest aufzutreten.

Foto: Erik Weiss

Dem Grafen ist sicherlich zugute zu halten, dass er sich überhaupt einer öffentlichen Vorauswahl stellt und nicht die Sicherheitsvariante „Direktnominierung“ erbeten hat. Aber er weiß natürlich auch, dass er auf seine Fanbase zählen kann, nicht umsonst wurde die schon im Vorfeld der Meldung per Umfrage einbezogen. Musikalisch erleben wir keine Überraschung, es wird geboten, was man auf nationaler Ebene schon kennt. Der Sieg in Köln scheint daher fast Formsache zu sein. Beim internationalen Finale dürfte es allerdings für den Adligen mit einer doch typisch deutschen Nummer schwer werden.


Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...