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Schweden-Schlager gefährden Ihre Gesundheit!

Blaue und gelbe Luftballons, Kempe-Kempe-Kempe und Melloschlager bis zum Abwinken. Wieder einmal quälten die erfolgsverwöhnten Schweden ihre Anhänger 2014 durch eine Reihe an Vorrunden und Second-Chance-Absurditäten. Die skandinavische Vorentscheidungsprozedur, mittlerweile zum heimischen Kulturgut wie Knäckebrot und Pippi Langstrumpf gehörend, hatte auch zum gestrigen Finale die seit Jahren gleichen Zutaten aus dem Hut gezaubert. Einzig die trotz Autotuning durchweg schräge Töne produzierende Schar an Teeniestars – offensichtlich ein Tribut an die pubertierende Zuschauerschaft – schien ein neues Showelement aus dem Hause Björkman zu sein. Peinlicherweise wurden gerade die jungen Acts fast ausnahmslos von den eigens befragten internationalen Jurys ignoriert: was blieb, war der Triumph der Alt-Veteranen in der angeblich besten Vorentscheidung Europas.

Das Retortentrio Alcazar, ranzig wie uralter Käse, präsentierte den seit Jahren ewiggleichen Discomief, der mit Clubsounds so viel zu tun hat wie Ralph Siegel mit Beethoven. Wie immer Platz drei. Daneben eine im wahrsten Sinn des Wortes leibhaftige Eurovisionssiegerin: Helena Paparizou, der man anmerkte, dass sie sich recht widerwillig gezwungen sah, irgendeine versteckte Klausel ihres Schallplattenvertrags in dem mello-fanatischen Land zu erfüllen (Lustlosigkeit gleicht jedoch Spielverderberei und wird nicht mit einer Topplatzierung belohnt). Und natürlich Sanna Nielsen, die bei eingefleischten Fans seit Ewigkeiten für nasse Höschen sorgt und es im siebten (!) Anlauf nun endlich schaffte, die Hitparade der Schlagerbelanglosigkeiten anzuführen. Wahrscheinlich, weil ihr Beitrag „Undo“ eine nicht ganz so schmerzliche Körperverletzung darstellte wie der Rest der sogenannten Melodien. Und dann außer Konkurrenz dazwischen ein ABBA-Medley, das an den Durchbruch der vier Skandinavier vor 40 Jahren erinnern sollte. Leider war auch das (von ehemaligen Mello-Gewinnern vorgetragen) so süßlich-klebrig, dass einem speiübel werden konnte. Die Geehrten mochten es wohl geahnt haben, denn sie ließen sich in diesem musikalischen Kabinett des Grauens erst gar nicht blicken. Fazit: No, thank you for this Music!


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