Tag Archives: Bosnien-Herzegowina

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Rückkehrende Bosnier

Dalal & Deen ft. Ana Rucner & Jala | Ljubav je

Video Web

Das war ein großes Hallo, als im November letzten Jahres bekannt wurde, dass sich Bosnien & Herzegowina, Liebling aller Eurovisionäre, nach vier Jahren Pause zu einer Contest-Rückkehr durchgerungen hatte. Und die Vorfreude vieler Fans kannte kaum noch Grenzen, nachdem ausgerechnet In-the-Disco-Kult-Boy-Deen für das Comeback auserkoren wurde, rechneten doch alle mit einem weiteren Trash-Juwel wie Anno 2004. Doch, oh Wunder, dann kam alles ganz anders.

Denn der einst so verhuschte Deen verordnete sich einen Imagewechsel, kommt jetzt ganz halbwegs kerlig rüber und steht neuerdings auf Teamarbeit. Mit einer zusätzlichen Vokalistin, einer Geigerin und einem ausgewachsenen Rapper schart er Verstärkung im Kampf um Europas Popkrone um sich, die seinem Song ausgesprochen gut tut. Das musikalische Ergebnis des Quartetts ist nämlich ein wilder Mix aus Balkan-Pathos, Rapapap und ESC-Hymne, der zwar nicht unbedingt neu ist, dafür aber perfekt in die Nische passt, die die in diesem Jahr durchgängig anglifizierten Nachbarstaaten freundlicherweise frei gelassen hatten. „Ljubav je“ dürfte daher in der Region mit Höchstwertungen nur so überschüttet werden, ob es jedoch den Rest Europas überzeugt, bleibt abzuwarten.

Bestes Mal: Hari Mata Hari | Lejla

Letztes Mal: Maya Sar | Korake Ti Znam


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Bosnia is back!

Endlich einmal gute Nachrichten abseits des deutschen Vorentscheidungsdilemmas! Bosnien und Herzegowina nimmt definitiv am Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm teil. Das gab der zuständige Sender BHRT heute bekannt, nachdem er den ESC-Fans in den vergangenen Monaten mit seinem mittlerweile üblichen Raus-und-Rein-Spielchen schon fast den letzten Nerv geraubt hatte. Wie bereits in den Vorjahren fehlten dem Staatssender nämlich die finanziellen Mittel, um einen Beitrag zum Song Contest zu entsenden, doch dann kam in diesem Jahr offensichtlich von irgendwoher ein Sponsor vorbei (hoffentlich nicht Ralph Siegel) und nun ist alles geritzt!

Wer sich so generös zeigte und welcher Künstler den ESC nach Sarajewo holen will, soll morgen verkündet werden. Den eurovisionaer freut’s, war doch der Balkanstaat bislang nahezu jedes Jahr ein Garant für ausgezeichnete Einreichungen. Übrigens: Angeblich lag das Manko, an der die ganze Chose erneut hätte scheitern können, bei 25.000 Euro. Vermutlich ist das ungefähr der NDR-Jahresetat für die sprichwörtliche Portokasse…

Update: Zwischenzeitlich wurde bestätigt, dass Deen (In the Disco) mit Dalal Midhat Talakić und der Cellistin Ana Rucner nach Stockholm reisen werden. Der Beitrag soll irgendwann im Januar veröffentlicht werden.

Grafik: eurovisionaer


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Die Ereignisse überstürzen sich

Sorry, der eurovisionaer hat gepennt. Da kümmert er sich maln paar Tage um wirklich wichtige Sachen im Leben… und dann sowas! Was zwischen Sarajevo und Banja Luka jedes Kind schon seit Montag wußte, liest der Herr des Hauses gerade hier nach. Demnach „gehen die Bosnier nicht zum Eurosong“, weil sie mal wieder kein Geld haben (wie auch, wenn dort angeblich niemand GEZ-Gebühren zahlt?). Und da ein potenter Sponsor nirgends aufzutreiben war, die bereits angefragten Künstler Hari Mata Hari bzw. Regina keine Lust hatten, den Überlandbus nach Wien und das dortige Hostel aus eigener Tasche zu zahlen, wird es nun wieder nix mit einer schönen bosnischen Ballade Anno 2015. Schade, aber nun gut. Denn irgendwann nervt dieses zickige Hin und Her von BHRT selbst die sanftesten Gemüter. Erst ja, dann vielleicht, nun nein – mittlerweile ist das jedes Jahr das gleiche Spielchen. Und so verscherzt sich der kleine Balkanstaat allmählich die tiefen eurovisionären Sympathien der Fans.

Ganz anders dagegen die Tschechen (ab jetzt sind die Nachrichten übrigens wieder tagesaktuell)! Die gaben nämlich heute überraschenderweise bekannt, dass sie nach Wien reisen werden, obschon sie dort niemand wirklich erwartet bzw. auf der Rechnung hatte. Denn während gelangweilte ESC-Nerds in den letzten Wochen entweder nervige Mails Richtung Marokko schickten oder hitzig über das angebliche Luxemburger „Ja“ debattierten, entwickelte sich in unserem östlichen Nachbarland eine neue, zarte eurovisionäre Liebe. Schade nur, dass diese vorerst noch recht zögerlich ausgelebt wird, denn statt einer schmucken Vorentscheidung soll es zwischen Böhmen und Mähren lediglich eine kleine interne Nominierung für den 60. Song Contest geben. Gegen das geliebte Bosnien ist das alles in allem zwar ein schlechter Tausch – zumal Tschechien bekanntermaßen das mit Abstand erfolgloseste Teilnehmerland der Eurovisionsgeschichte ist – aber sei’s drum. Schließlich weiß der eurovisionaer aus eigener Partyerfahrung: Sagt mal jemand kurz vor knapp ab, freut er sich immer, wenn ein anderer Gast spontan dazu stößt, denn dann bleibt zumindest nix von der Suppe übrig. Prima also, dass es immer wieder reuige Rückkehrer in den Schoß der ESC-Familie gibt! Oder hatte das tschechische Fernsehen einfach nur Angst, dass die EBU der neuesten Prager Mode folgen und mit faulen Eiern werfen würde?


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Schade: Bosnien macht Rückzieher

Zu früh gefreut! In Sarajevo hat man noch einmal nachgerechnet und festgestellt, dass doch nicht mehr genug Geld im Portemonnaie ist, um am Song Contest 2014 teilzunehmen. Erst Anfang des Monats hatte Bosnien & Herzegowina nach der Pause in Malmö den Besuch in Kopenhagen bestätigt, was bei den Fans des Wettsingens für große Freude gesorgt hatte. Umso trauriger ist nun auch der Eurovisionär, dass es weiterhin Absagen vom ehemals so starken Balkan hagelt, denn auch die Kroaten und Serben haben sich bereits für dieses Jahr entschuldigt.

Europäische Krise hin oder her, die ja durchweg als Grund hierfür angegeben wird, letztlich sind es aber wohl nicht allein ökonomische Gründe, die zu dem Exodus führen. Nach den fetten Jahren scheint das Interesse von Verantwortlichen und Zuschauern auf dem Balkan arg nachgelassen zu haben, denn öffentliche Finanzplanung wird ja auch immer mit der Sinnhaftigkeit der Ausgaben verknüpft – und die sieht man scheinbar nicht mehr als gegeben an. Immerhin will der zuständige Sender BHRT die dänische Finalshow 2014 im heimischen Programm übertragen, was auf eine etwaige Rückkehr in naher Zukunft hoffen lässt. Für dieses Jahr jedoch stößt der ach so schicke Slogan der Dänen „#JoinUs“ auf wenig Resonanz.


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35 – wer bietet mehr?

35leer
Am heutigen Freitag, 22. November 2013, verstreicht die Meldefrist für die Teilnahme zum Eurovision Song Contest 2014 in Dänemark. Bislang haben 35 Länder gemeldet, auf den letzten Drücker nun auch Armenien und Aserbaidschan. Zur großen Freude des Eurovisionaers verkündete vergangene Woche zudem Bosnien & Herzegowina, dass es nach der einjährigen Pause wieder zum Contest nach Kopenhagen reisen wolle.

Abgesehen von den Griechen, deren Frist mangels eines staatlichen Fernsehsenders von der großzügigen Tante EBU verlängert wurde, fehlen damit noch die möglichen Nachzügler Serbien, Slowenien und Moldawien. Ach und Polen! Unsere östlichen Nachbarn allerdings fanden schon in den vergangenen Jahren genügend fadenscheinige Ausreden, dem musikalischen Europatreffen fernzubleiben. Wahrscheinlich ist es dieses Mal der verpatzte Klimagipfel, für den man die letzten Złotys auf den Kopf gehauen hat.

Update: Mittlerweile sagte Serbien ab, Modawien und Slowenien zwar zu (beide sind sich aber noch nicht ganz sicher), während Bulgarien nach einer ersten Zusage nun doch absagte. Polen hält sich weiterhin ganz raus. Wer da noch den Überblick behalten möchte, klickt am besten hier.

Grafik: eurovisionaer


Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...