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Eurovisionäre Nachhilfe: 03. April 1976

19761976 war der Grand Prix Eurovision so populär wie nie zuvor – und niemals danach wieder. Grund hierfür war zuallererst der Überraschungssieg von Abba mit „Waterloo“ zwei Jahre zuvor und dessen musikalisch etwas dünnere Fortsetzung mit dem holländischen „Ding-A-Dong“ 1975. Innerhalb kürzester Zeit war der Song Contest vom Chanson- zum zeitgemäßen Popmusikwettbewerb mutiert, dessen Siegertitel nicht nur internationale Charterfolge wurden, sondern – das war neu – seinen Interpreten auch etwas ähnliches wie eine überschaubare Karriere mit Nachfolgehits bescherten.

d76Es schien daher ein glücklicher Zufall zu sein, dass sich in der bundesrepublikanischen Vorauswahl zwar zuerst der Barde Tony Marshall durchsetzen konnte, wegen dessen nationaler Disqualifikation aber letztlich die Anfang der Siebziger recht hippe Formation Les Humphries Singers nach Den Haag geschickt wurde. Nichts wollten die Deutschen mehr als europäische Anerkennung durch einen Sieg beim Song Contest, also vertraute man der zuletzt gültigen Erfolgsformel und schickte erstmals eine Band zum Schlagerwettbewerb. Es endete mal wieder in einem Fiasko. Der Beitrag „Sing Sang Song“ war noch einfacher gestrickt, als es der Titel schon vermuten ließ und rangierte am Ende des Abends auf Platz 15. Es war – wie selbst heute noch so oft – der vergebliche Versuch Ralph Siegels, so etwas wie aktuellen Pop zu komponieren. Doch die Jugend konnte er mit seinem umständlichen ESC-Konstrukt überhaupt nicht erreichen. Lediglich bis auf Rang 45 der Mediacontrol-Charts schaffte es der Siegelsche Singsang, und auch ich als treuer Single-Käufer und Eurovisionsfan verweigerte mich. Und die Jurys Europas eben auch.

uk76Statt dessen setzten sie – wie schon im Jahr zuvor – ausgerechnet den Song auf Platz eins, der auch als erster des gesamten Teilnehmerfeldes vorgetragen wurde. Brotherhood of Man, die mir als fleißiger Mal-Sandock-Hörer schon seit Monaten mit „Kiss me, kiss your Baby“ im Ohr waren, führten mit ihren aus heutiger Sicht affigen Tanzschrittchen zu „Save your Kisses for me“ erstmals das choreografische Element in den Wettbewerb ein. Am 03. April 1976 sorgte es maßgeblich dafür, dass die Juroren den britischen Auftritt nicht vergaßen und mit Höchstwertungen überschütteten. Natürlich funktionierte ebenso die bei den famosen Schweden abgekupferte Formel „zwei Jungs, zwei Mädchen“ und der Charterfolg in der Heimat, wo der Song schon vor dem Contest auf Platz eins der BBC-Top-40 kletterte. Dort reichte es gar für zwei weitere Top Hits 77 und 78, aber eigentlich blieb die Band immer ein peinlicher Abba-Klon. Doch während diese Mitte 1976 mit „Dancing Queen“ schon in einer anderen Liga spielten und nunmehr seit über dreißig Jahren ihr Renterdasein genießen, tingeln die Briten bis zum heutigen Tage durch die ESC-Shows Europas.

mc76Dennoch täuscht das scheinbar so eindeutige Votum des 76-er Wettbewerbs, der knallvoll mit guten, eingängigen Beiträgen war: Monaco versuchte sich erfolgreich an den damals allmählich populären Discosounds, Frankreich und Österreich hatten wirklich tolle Schlager am Start, Belgien eine wundervolle Ballade und Israel einen richtig guten Popsong. Viele schafften es während des heißen Sommers in die europäischen, aber auch bundesdeutschen Charts und sorgten für einen hohen kommerziellen Wert dieses – rückblickend betrachtet – außergewöhnlichen Jahrgangs.

sf76Und in einen mittelschweren Schreikrampf versetzt mich auch heute noch der legendäre finnische Beitrag „Pump Pump“ des gemütlichen Fredi. Zwei seiner „Friends“, die beiden Tänzerinnen, hatten kurz vor dem großen Auftritt wohl aus Langeweile Ecstasy-Bonbons gelutscht, die die beiden so in Fahrt brachten, dass der Sänger aus Suomi vermutlich noch Wochen danach blaue Flecken an der Hüfte hatte. Für solche Momente liebe ich die Eurovision!
Coverfotos: Decca, Pye Records, Polydor, Philipps

scoreboard 1976

Foto: EBU


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Die eurovisionäre Top 37

Was tut man nicht alles, wenn grad nichts zu tun ist…


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Es folgt eine Werbepause

cd 2014leer
Wer sich am diesjährigen Jahrgang nicht satt hören kann, für den gibt es jetzt eine kleine Werbeunterbrechung! Die offizielle CD zum Wettbewerb 2014 mit allen 37 Beiträgen plus Emmelie de Forrests Interval Song „Rainmaker“ wird in den deutschsprachigen Ländern am 11. April erscheinen.
Derweil sieht es in den heimischen Musikcharts nicht so gut für die deutschen Teilnehmerinnen Elaiza aus: Notierten die Sängerinnen die ersten Tage nach der Kölner Vorentscheidung USFD noch auf Platz 1 der Downloadcharts, sind sie mittlerweile selbst in den Top-Ten nicht mehr zu finden. Von einem wirklichen Erfolg im eigenen Land – häufig ein Indikator für ein gutes Abschneiden beim europäischen Song Contest – lässt sich da noch nicht sprechen. Ganz anders die Situation in Norwegen, Schweden, Spanien und den Niederlanden, wo die nationalen Beiträge Spitzenpositionen belegen.

Foto: EBU/DR


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Die finale Playlist 2014 – 6

Die 2014-er Vorentscheidungszeit ist vorüber und somit ist jetzt  – ganz Paulchen-Panther-mäßig – wirklich Schluss. Nicht viele „echte“ Finalisten haben letztlich in des eurovisionaers kleinen Playlist Platz gefunden und ob sie in Kopenhagen für Furore sorgen werden, sei auch noch dahingestellt. Egal, eine Menge anderer Lieblingslieder, die er ohne die liebe Tante Eurovision wahrscheinlich nie gehört hätte, begleiten ihn nun durchs Jahr. Und daher ist selbstverständlich heute nicht aller Tage – die Liste kommt wieder, keine Frage – 2015!

Pos VW Nat Interpret Titel
01 01 EST Anca Florescu Hearts collide
02 03 HUN Carl Espen Silent Storm
03 00 SLO Muff Let me be myself
04 02 EST Mei Finegold Same Heart
05 00 SWE Ellen Benediktson Songbird
06 04 EST Tim Peters Limit
07 07 MAL De Bee Pin the Middle
08 00 GER MarieMarie Candy Jar
96 06 LAT Bogi We all
10 00 NED The Common Linnets Calm after the Storm
11 05 LAT Freaky Fortune feat. Riskykidd Rise up
12 10 GER MarieMarie Cotton Candy Hurricane
13 08 MAL Olga & Ligo Saule riet
14 11 LAT The dAdA Unpredictable
15 13 EST The Titels Flame
16 09 MAL Vaida One more Time
17 15 LAT Eilands, Puce, Bubujanca Revelation
18 16 EST EKO Red
19 17 HUN Kallay Saunders Running
20 18 SWE Victor Kiraly Running out of Time


Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...