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Das auch noch…

2012 bringt die Fans um ihre traditionelle posteurovisionäre Depression, als da täglich neue Song-Contest-Meldungen auftauchen, obschon längst nicht mehr gesungen wird. Neben der von Aserbaidschan lancierten etwas obskuren Nachricht, während der Veranstaltungswoche sei ein Terror-Anschlag verhindert worden und der Diskussion, die EBU wolle sich schärfere ethische Richtlinien verpassen (was laut Radio Liberty zwischenzeitlich aus Genf bereits wieder dementiert wurde), werden nun Vermutungen lauter, Aserbaidschan habe sich für eine gute Platzierung beim Wettsingen systematisch Punkte erkauft.

Das Thema ins Rollen gebracht hat der zypriotische TV-Sender CyBC, nachdem dessen Verantwortliche verwundert festgestellt hatten, dass sie dem Gastgeber des diesjährigen Wettbewerbs beim Finalvoting 8 Punkte haben zukommen lassen, obschon die zu 50% beteiligte nationale Jury dem Beitrag keine einzige Stimme gegeben hatte. Recherchen ergaben, dass Aserbaidschan in der Tat das Televoting auf Zypern gewonnen hatte. Dafür reichten 3500 SMS. Skeptisch macht sie jedoch der Umstand, dass keine einzige Stimme per Telefon abgegeben wurde, was zumindest den Verdacht nahe legt, dass die Aseris PR-Agenturen beauftragt hatten, das Televoting zu faken.

Vor diesem Hintergrund erscheinen auch andere hohe Wertungen an Aserbaidschan in einem anderen Licht, da sie nicht erst seit 2012 – abgesehen von den regelmäßigen Freundschaftswertungen der Türkei, Ukraine und Russlands – häufig aus bevölkerungsarmen Ländern wie Malta, San Marino oder eben Zypern, aber auch von Nationen kommen, die über ein bekanntermaßen geringes Zuschauerinteresse verfügen. Hierzu zählen beispielsweise Bulgarien, Israel und Moldau, wo eine Manipulation des Televotings daher umso leichter zu sein scheint. Passend zum Thema hat SPIEGELONLINE eine interessante Grafik veröffentlicht, die die Punkteaustausche der letzten drei Jahre sehr gut darstellt.

Natürlich hat die behäbige Tante EBU hierzu bislang nicht Stellung genommen (und wird es wahrscheinlich auch nicht tun), so dass bis auf Weiteres die Unschuldsvermutung gelten sollte. Gleichwohl stimmen uns die vier Top-5-Platzierungen Aserbaidschans innerhalb der letzten vier Jahre nunmehr doch ein wenig nachdenklich…

 


Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...