Tag Archives: Wettquoten

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Die Besten der Esten

Erstaunliches passiert gerade in der eurovisionären Welt. Des Bloggers Empfehlung der Saison, das wunderbare „Goodbye to Yesterday“, sorgt nicht allein im Kosmos der Fanboys für Furore. Lange bevor die erste Vorrunde oder gar das Finale des diesjährigen Eesti Laul über die Bühne gegangen ist, führt der Beitrag die Download-Charts der baltischen Republik an, ohne dass ein anderer Wettbewerbskonkurrent auch nur in Sichtweite wäre.

zettel est ituneszettel oddcheckerOkay, wenn die nationale Begeisterung für einen Song frühzeitig sehr hoch ist, kann das in manchen Ländern schon mal passieren (… allerdings wohl nie in Deutschland). Überraschenderweise setzt sich dieser Trend jedoch sogar europaweit durch, zumindest wenn wir die ersten Wettquoten auf den Gesamtsieg beim Eurovision Song Contest 2015 zu Rate ziehen (Grafik links). Mal abgesehen davon, dass keiner der dort vertretenen Top-Ten-Anwärter seinen Wienvertreter bereits bestimmt hat, – was nebenbei einiges über die Qualität der bislang ausgewählten sieben Beiträge aussagt – führt Estland diese Liste recht eindeutig an. Zählen wir nun eins und eins zusammen, bleibt nur zu hoffen, dass Tallinn seine Wahl am 28.02. nicht wieder einmal völlig vergeigt.

Derweil rühren Stig Rästa und Elina Born gerade zu Hause die Werbetrommel und performen ihren Song in jeder sich bietenden frühmorgendlichen bzw. nachmittäglichen estnischen Fernsehshow. Und der eurovisionaer stellt fest: Da ist noch Luft nach oben, denn entweder sind die beiden eher nachtaktiv oder sie erleiden gerade eine für die Jahreszeit vermutlich typisch baltische Depression. Oder haben sie schon jetzt keinen Bock mehr auf ihren potentiellen Siegertitel? Ende Februar ist Europa ein wenig klüger.

Grafiken: eurovisionaer


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Eurovisionseuphorie

Ohne auf diesem Blog einen Countdown einzurichten (was technisch ohne weiteres machbar wäre), wissen nicht nur Insider Eurovisonäre, dass der Höhepunkt der Saison kurz bevor steht. Mit dem Finale in Baku (wer redet schon von den Semis….? Die ARD zumindest nicht, denn die selbst ernannte Anstalt schiebt eben diese in verschiedene Spartenkanäle) wird am 26.05.2012 der Schlusspunkt der Eurovision 2012 gesetzt werden.

Glaubt man den Kennern, Wettbüros und europaweit organiserten Fanclubs ist das Rennen eh entschieden. Schweden macht nicht den aserbaidschanischen Fehler und baut bereits jetzt schon fleißig ein gigantomanisches Stadion, um die Besucher im Mai 2013 in Stockholm begrüßen zu dürfen. Loreen, deren Vertreterin, schafft es derzeit, mit ihren euphorisierenden Gesängen alle Quoten auf sich zu vereinigen und selbst die medial nicht gerade unterrepräsentierten Omas aus der russischen Provinz auszustechen. Ob es sich denn dann am 27. Mai frühmorgens in Baku ähnlich verhalten wird?

Hoffentlich nicht! Wie Kinder beim Öffnen eines bekannten Schokoladeneis wünschen auch wir uns Spiel, Spaß und Spannung. Düsseldorf hat bewiesen, dass ein weit gestreuter Favoritenkreis gar nicht unbedingt musikalisch dazu beitragen kann, die Veranstaltung aufzuwerten. Auch 2012 gibt es neben der besagten Schwedin eine kleine handvoll Beiträge, die man – anders als die 1000mal gehörte serbische Ballade oder mitgewuppte griechische Disconummer – so nicht erwartet hätte. Beispiele? Wie wäre es mit dem israelischen 70er-Jahre Retro-Sound der Band Izabo oder aber der halbwegs frische Sound der eidgenössischen Sinplus? Von der großartigen italienischen Diva ganz zu schweigen! Gleichwohl sind es 2012 wenige, häufig werden wie gesagt erfolgreiche Klischees der Vorjahre benutzt, da auch die Zuschauer angeblich nichts anderes wünschen.

Wirklich? Warten wir es ab! Sicherlich wäre selbst dann das schwedische Angebot nicht das schlechteste, alleine deshalb, weil es ausnahmsweise nicht das traditionelle Abba-Muster verfolgt. Nur ganz so eindeutig, wie jetzt prognostiziert, muss es ja nicht werden!

Trotzdem sollte man sich auch als Eurovisionär darüber im klaren sein, dass unsere Lieblingsveranstaltung in diesem Jahr erneut kein chartstaugliches Material abwerfen wird. Schaut man sich allerdings eben diese Charts an, ist auch eine solche Option nicht die schlechteste. Brot und Spiele – diesem Anspruch wenigstens wird die Eurovision 2012 mehr als gerecht! Und mehr muss es nicht sein, oder?


Der eurovisionaer schmeißt nix weg - den verstaubten alten Kram gibt's hier...